Hacker-Angriff auf Pater Walter. Kriminelle knackten Mail-Acccount von Pater Walter Ludwig: Falscher Hilferuf aus Ukraine war die Folge.

Von Sara Brandstätter. Erstellt am 26. November 2019 (06:05)
Pater Walter Ludwig: „Hoffe, es ist für niemanden ein Schaden entstanden.“
Baldauf

Der entspannte Urlaub in Italien war schnell dahin – bereits am zweiten Urlaubstag klingelte das Handy von Pater Walter Ludwig ohne Pause.

Zwei Tage lang gab es zig Anrufe, die sich besorgt zeigten. Auch in seiner ehemaligen Wirkungsstätte dem Neukloster und in seiner neuen Pfarre in Pfaffstätten gingen Anrufe ein. „Manche haben gefragt, ob ich wirklich Hilfe brauche.“ Grund war sein privater Mailaccount, der offensichtlich von Kriminellen gehackt wurde.

In seinem Namen wurde dann folgendes Mail – inklusive Rechtschreibfehler – verschickt: „Ich bin nach Ukraine verreist und habe meine Tasche verloren samt Reisepass und Kreditkarte. Die Botschaft ist bereit, einen vorläufigen Reisepass auszustellen. Ich muss nur noch für mein Ticket und die Hotelrechnungen zahlen. Ohne meine Kreditkarte kann ich nicht auf mein Geld zugreifen. Bitte, ich zähle auf dich. Ich wollte dich fragen, ob du mir € 1780 so schnell wie möglich leihen kannst. Ich gebe es Dir zurück sobald ich da bin.“

Aufgrund der Fehler in der Mail dürften aber viele misstrauisch gewesen sein, so Pater Walter, „ich hoffe, es ist niemandem ein Schaden entstanden – zumindest war in der Hacker-Mail noch keine Kontonummer für eine Überweisung.“ Für ihn jedoch ein Rätsel: „Komisch, dass der Hilferuf genau in meinem Urlaub kam – das hat viele verunsichert.“

Aus dem Urlaub zurück ist der Ärger über den Hacker-Angriff noch nicht ganz verflogen, denn auf seine Mail-Adresse hat Pater Walter Ludwig immer noch keinen Zugriff. „Ich hab‘ mir inzwischen eine neue Mail-Adresse einrichten müssen.“