Katze weitervermittelt: Kläger will 5.000 Euro. Skurriler Prozess: Katzenbesitzer musste ins Gefängnis, Tierheim vermittelte „Mausi“ weiter – jetzt geht es um Schmerzensgeld.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 09. April 2019 (06:00)
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Zu einem gerichtlichen „Vorgeplänkel“ traf man sich letzte Woche am Bezirksgericht. Die Beteiligten: Ein unglücklicher Katzenbesitzer und das Tierschutzhaus. Die Vorgeschichte: Der Mann hatte zwei Zwergkaninchen und eine Katze namens „Mausi“, die neun Jahre alt war.

Letzten Sommer musste der Mann in U-Haft und gab die Tiere für 600 Euro Betreuungsgeld dem Tierschutzhaus in Pflege. Als aus der U-Haft ein längerer Aufenthalt im Gefängnis wurde, soll es im November oder Dezember zu einem Telefonat mit der Betreuungsstelle gekommen sein, in dem der Mann zustimmte, dass die Tiere weiter gegeben werden.

Was die Abgabe der Kaninchen betrifft, ist auch alles ok, aber bei „Mausi“ ist man sich nun uneinig. Der Kläger behauptet, dass er nie zugestimmt habe, dass die Katze vergeben wird: „Sie war meine Therapiekatze, ihr Schnurren hat mich beruhigt. Ich liebe diese Katze!“ Zum Beweis legte der Mann ein Schreiben eines Psychiaters vor, dass er an einer posttraumatischen Belastungsstörung leide. Der Verteidiger des Tierschutzhauses wies darauf hin, dass Katzen im Gegensatz zu Hunden überhaupt nicht als Therapeuten ausgebildet werden können, die Bezeichnung Therapiekatze stimme also nicht.

"Ich will mich von der Katze verabschieden"

Der Kläger will jedenfalls nicht nur seine 600 Euro zurück, sondern auch noch 5.000 Euro Schmerzensgeld vom Tierschutzhaus. Dessen Vertreterin dazu: „Wir hatten ohnehin das Dreifache an Kosten für die Tiere.“ Sie versicherte mehrmals, dass es der Katze an ihrem neuen Platz gut gehe. Eine Rückgabe an den einstigen Besitzer schloss der Richter gleich aus. Darauf der Kläger: „Ich will wenigstens ein Treffen, um mich von ihr zu verabschieden.“

Eine gütliche Einigung konnte nicht gefunden werden, also wird es nun zum Prozess kommen.