Künstler-Portrait: Constantin Luger in NÖN-Interview. Constantin Luger tritt als Solo-Künstler und mit seiner Band „Kaisermelange“ auf, mit dem Album „Berlin bis Wien“ geht er bald auf Österreich-Tour.

Von Stefanie Marek. Erstellt am 09. April 2019 (05:30)
Joe Kopf
Constantin Luger 

Musiker Constantin Luger (37) steht seit seiner Jugend mit gesellschaftskritischen englischen und deutschen Liedern auf der Bühne. Als Singer/Songwriter und Moderator trat er in den letzten Jahren in den USA, Deutschland und der Schweiz auf. Jetzt wendet er sich vermehrt seiner Heimatregion Wiener Neustadt zu.

NÖN: Warum haben Sie sich wieder der österreichischen Musikszene zugewandt?

Constantin Luger: Es ist schön hier, um für ein paar Jahre an meinen Dingen zu arbeiten. Wenn man fünf, sechs Jahre unterwegs war, will man dazwischen einfach wieder mal ein bisschen runterkommen. Wiener Neustadt ist mein Heimspiel, da fühle ich mich auch sehr wohl. Ich bin irrsinnig gerne wieder da.

Was drückt Ihre Musik aus?

Luger: Meine persönlichen Gedanken. Ich bin mit sehr vielen Dingen, die zur Zeit laufen, nicht zufrieden. Das hat mit Regionalpolitik nichts zu tun, aber ich bin generell kein Freund der Ewiggestrigen, vor allem, was Politik betrifft. Ich glaube, dass die Kunst eine Instanz ist, die eine Demokratie und eine gesunde Gesellschaft braucht. Diese Singer/Songwriter-Sachen gehen eigentlich immer, diese ehrlichen Dinge, weil man Gefühle damit transportiert. Ich denke auch, dass es dauerhafter ist als typische Pop-Musik.

Sind die Gesichts-Tattoos Ihr Merkmal als Bühnenmensch?

Luger: Ich hatte früher Backenbärte und irgendwann dachte ich, warum soll ich mir die nicht tätowieren lassen, wenn ich ohnehin schon überall tätowiert bin. Für mein Geschäft ist es wurscht oder vielleicht sogar förderlich, weil es einen Wiedererkennungswert hat und man auffällt. Ich hab mir das auch sehr gut überlegt. Menschen, die offen auf mich zukommen, merken, dass ich anders bin, als sie zuerst dachten. Das ist der Kontrast, der mir Spaß macht.

Wie schätzen Sie die Neustädter Musik-Szene ein?

Luger: Wiener Neustadt hatte in meiner Jugendzeit das Flair einer degenerierten Industriestadt wie Liverpool oder Manchester und diese Städte, Arbeiterstädte, haben immer eine lebhafte Musikszene und die letzten Jahre ist es ruhiger geworden. Aber man sieht von der Stadt Ambitionen, wieder mehr kulturell zu machen und Live-Musik nimmt momentan generell stark zu. Ich glaube, auch in Neustadt wird das wieder kommen.

Zur Person

Constantin Luger hat Gesang studiert und hat unter anderem auch ein klassisches Kunstlieder-Album herausgebracht. Momentan schreibt er seine Dissertation in Musiksoziologie. Mit seiner Band plant er gerade eine Österreichtour für kommenden Herbst – benannt nach seinem Album „Berlin bis Wien“. Neu erschienen ist die EP „Da Kurti“.

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