Neustart für das MilRG?. 2018 sollten die letzten Schüler maturieren und die Schule geschlossen werden. ÖVP und FPÖ haben sich jetzt den Erhalt des Militärrealgymnasiums zum Ziel gesetzt.

Von Philipp Hacker-Walton. Erstellt am 19. Dezember 2017 (05:30)
Franz Baldauf
Militärrealgymnasium Wiener Neustadt

Es sind nur drei Worte auf Seite 53 des Regierungsprogramms, doch sie könnten weitreichende Folgen haben: „Erhalt des Militärrealgymnasiums“ ist im Kapitel „Landesverteidigung“ unter der Überschrift „Moderne Streitkräfte und effektiver Schutz für Österreich“ als eines von vielen Vorhaben der ÖVP-FPÖ-Regierung in diesem Bereich aufgelistet.

Gibt es für das MilRG nun also doch eine Rettung bzw. einen Neustart kurz vor dem Ende? Wie berichtet, hat man sich an der Schule seit längerem schon darauf vorbereitet, dass mit Ende des laufenden Schuljahres der Betrieb eingestellt wird. Der 50. Jahrgang sollte – so schien es jedenfalls – auch der letzte sein.

Franz Baldauf
Für den Erhalt: Bürgermeister Klaus Schneeberger ....

Kommt jetzt doch alles anders als gedacht?

Bürgermeister Klaus Schneeberger (ÖVP) kündigt an, er werde unverzüglich Kontakt mit dem neuen Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) aufnehmen: „Wir sind gesprächsbereit, um diese Bildungseinrichtung zu erhalten.“ Deswegen habe es in den vergangenen Monaten auch schon viele Gespräche mit dem Verteidigungsministerium gegeben.

Stellt sich die Frage: Wie erhält man eine Schule, die kurz vor dem Zusperren ist?

MilRG-Direktor Werner Sulzgruber meint, die „Absichtserklärung“ der neuen Regierung komme einerseits „zu einem problematischen Zeitpunkt, weil die Auflösung des MilRG längst im Laufen ist und knapp vor ihrem Abschluss steht“. Konkret sei die Schule personell massiv ausgedünnt, finanziell zahlungsunfähig und räumlich nur noch in einzelnen Bereichen des Kasernen-Gebäudes vertreten – vieles musste bereits an die MilAK abgetreten werden.

Baldauf
... und MilRG-Direktor Werner Sulzgruber

Andererseits, so Sulzgruber, sei das Vorhaben der Regierung „eine große Chance für die Zukunft. Denn der Bedarf für eine solche einzigartige Bildungseinrichtung ist in jedem Falle vorhanden“. Anstatt das MilRG in seiner alten Form zu erhalten, plädiert Direktor Sulzgruber für einen Neustart: Es solle eine „neue, dem MilRG sehr ähnliche Schule“ sein, man wisse „sehr genau, wo die Schwachstellen und Probleme liegen, die es nicht blind fortzusetzen gilt“: „Das MilRG nun neu aufzusetzen, bedeutet mehr als nur die Wiederbelebung eines entkräftet am Boden Liegenden, der die letzten Atemzüge holt.“

Sulzgruber ist überzeugt: „Das klassische Militärrealgymnasium in seiner alten Form ist in wenigen Monaten Geschichte; es endet mit Juni 2018.“ Jetzt gehe es darum, eine „Schule für Sicherheit“ aufzubauen - ein Konzept dafür hat Sulzgruber bereits im Vorjahr dem Verteidigungsministerium präsentiert.

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