Prozess: Statt Burger gab‘s gequetschte Finger. Eingeklemmte Finger beim Drive-In-Schalter eines Fast Food-Restaurants brachten Angestellten vor Gericht.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 21. Juli 2021 (05:11)
Gericht Symbolbild
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Von Zolnierek, Shutterstock.com

Am 6. März kam es bei einem Fast Food-Restaurant zu einem Zwischenfall, der jetzt vor Gericht ein Nachspiel hatte. Ein Angestellter musste sich wegen schwerer Körperverletzung verantworten, weil er einem Kunden zwei Finger in einem Fenster eingequetscht haben soll, so die Staatsanwaltschaft.

Der Kläger (36) wollte knapp vor 19 Uhr noch eine Bestellung aufgeben, „aber wir hatten Anweisung, ab 18.50 Uhr keine mehr anzunehmen“, so der Angestellte, weil zu Lockdown-Zeiten das Restaurant um 19 Uhr geschlossen sein musste.

Er habe das dem späteren Opfer und seiner Begleitung erklärt, die hätten aber wenig Verständnis gezeigt. „Ich habe dann die Kassa gemacht, bis mich eine Kollegin holte, die mir sagte, dass jemand den ,bescheuerten Schichtleiter‘ sprechen wollte.“

Er sei zurück ins Restaurant und habe gesehen, wie der Mann mit dem Oberkörper schon im Verkaufsfenster hing. „Ich sagte nochmals, dass wir geschlossen haben, aber er hat geschimpft. Ich versuchte, das Fenster zu schließen, aber er hielt es fest.“ Beim zweiten Versuch sei es ihm gelungen, das Schiebefenster zuzumachen.

Dass der Kläger die Finger dazwischen hatte, habe er nicht gesehen. Alle Mitarbeiter hätten sich vor dem aggressiven Mann gefürchtet.

Das Opfer, 39, sagte aus, dass er und sein Freund nicht bedient wurden. Als er ein Schild sah, wo „geöffnet bis 19 Uhr“ stand, habe er es fotografiert und wollte es den Leuten im Restaurant zeigen: „Wir hatten voll Hunger.“

Er habe sich nur ins Fenster gelehnt, um das Foto mit den Öffnungszeiten herzuzeigen. „Der Mann kam zum Fenster, gab mir einen Stoß gegen die Schulter und ich musste mich am Fenster anhalten, das er dann zugeknallt hat.“

Laut einer Zeugin haben sich die zwei Männer beim Drive-In-Schalter angeschrien, beide bestritten vor Gericht aber, zornig gewesen zu sein. Der Prozess endet mit einer Diversion für den Angeklagten und der Weisung, für den Schaden bzw. die Schmerzen des Opfers aufzukommen.