Wiener Neustadt

Erstellt am 29. November 2016, 03:00

von Josef Kleinrath

Reaktionen: „Ruthner-Turm soll in Neustadt bleiben“. Denkmalschutzverein setzt sich für Verbleib historischen Bauwerks in der Stadt ein: „Ein Hergeben wäre höchst fragwürdig!“

Der Ruthner-Turm in der Stadtgartenverwaltung – der Denkmalschutzverein setzt sich für dessen Erhalt in Wiener Neustadt ein.  |  Sulzgruber

Er steht seit den 60er-Jahren in der Stadtgartenverwaltung: Der Ruthner-Turm (die NÖN berichtete). Wegen Hotelprojekt und Landesausstellung muss dieses Pionier-Bauwerk weg. In der nächsten Ausgabe seiner Vereinszeitung widmet der Wiener Neustädter Denkmalschutzverein (erhältlich unter office@denkmalschutz-wn.at) diesem Bauwerk eine umfangreiche Aufarbeitung, wie Obmann Christoph Faiman schildert: „Der umfassend recherchierte Hauptartikel von Herrn Werner Sulzgruber – illustriert mit zahlreichen Originaldokumenten und Fotos – befasst sich mit Entstehung und Konzeption der Turmgewächshäuser nach Ruthner und insbesondere mit Errichtung und derzeitigem Zustand des Ruthner-Turms.“

"Nur durch besondere Umstände noch erhalten ist"

Darüber hinaus setzt sich der Wiener Neustädter Denkmalschutzverein dafür ein, „dass dieses bemerkenswerte Industriedenkmal, das nur durch besondere Umstände noch erhalten ist, jedenfalls in seiner Substanz bewahrt wird, wenngleich das offenbar am jetzigen Standort wegen des Hotelprojekts nicht möglich ist. Diesbezüglich wurde uns von der Städtischen Kulturverwaltung auch Bereitschaft signalisiert.“

Es sei das vordringliche Interesse des Denkmalschutzvereins, so Faiman, dass der Turm in der Stadt verbleibe, aber an einen optisch günstigeren Platz versetzt und möglichst auch wieder in Funktion genommen werde: „Dazu gibt es nach informellen Kontakten Interesse von den Proponenten einer geplanten Brauerei, die das Turmgewächshaus für den Hopfenanbau nützen möchte. Dafür wäre ein prominenter Aufstellungsort an der Westeinfahrt vorgesehen.“

Und Werner Sulzgruber ergänzt: „Für mich ist der Ruthner-Turm ein entsprechend wichtiges Kulturgut in Wiener Neustadt. Es wäre höchst fragwürdig, wenn die Stadt dieses letzte „Turmgewächshaus“ seiner Art aus der Hand gibt. Denn es würde ein herber Verlust für eine Stadt sein, die auf Innovationen setzt: Stichwort Landesausstellung.

Schließlich ist gerade der Ruthner-Turm ein Zeichen für die frühe Innovationsbereitschaft unserer Stadt. Man bedenke, dass Wiener Neustadt in den 1960er-Jahren eine der ersten Städte Europas war, in der Ruthners zukunftsweisende Ideen realisiert wurden.“ Und heute setze man unter dem Stichwort „Vertical Farming“ wieder auf ähnliche Neuerungen.

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