Reparaturbonus NÖ: „Reparieren zahlt sich aus“. Kunden nützen die Aktion des Landes. Diese müsse aber viel mehr beworben werden.

Von Kristina Veraszto. Erstellt am 15. Oktober 2019 (04:38)
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Bei Elisabeth Schramm haben schon Kunden den „Reparaturbonus NÖ“ in Anspruch genommen. Sie repariert zum Beispiel Nähmaschinen.

Es ist eine alte Nähmaschine der Firma Singer, die bei Elisabeth Schramm auf dem Tisch steht. Lange hat sie gute Dienste geleistet, jetzt funktioniert sie aber nicht mehr. Für Schramm, die in der Bahngasse ihre Nähstube betreibt, ist das kein Problem. Sie bringt Maschinen aller Marken wieder zum Laufen – und genau für solche Reparaturen empfiehlt sie Kunden, den „Reparaturbonus NÖ“ zu nützen. Seit Juli erstattet das Land die Hälfte dieser Reparaturkosten zurück. Begrenzt ist die Förderung auf 100 Euro pro Jahr und Haushalt.

Ein paar Kunden – vor allem ältere Personen – hätten den Bonus schon genützt, erzählt Schramm. Doch die Aktion müsse viel mehr beworben werden, ist die Unternehmerin überzeugt: „Viele Private wissen nicht, dass sie diese Aktion in Anspruch nehmen können. Ich glaube, dafür müsste viel mehr Werbung gemacht werden.“

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Philipp Hillisch repariert gerade ein „Apple MacBook Pro 15“, bei dem sowohl die Tastatur als auch die Batterie getauscht werden muss.

Auch Karl Brenner, der in der Arnold Schönberggasse 2 Elektrogeräte wieder auf Vordermann bringt, weist seine Kunden auf die Aktion hin. Er glaubt ebenfalls, dass der Reparaturbonus noch nicht genug unter die Leute gekommen ist. „Ich gebe ihnen alle Informationen mit. Auf Wunsch schicke ich den Kunden auch eine E-Mail mit dem Link zum Formular, das man ausfüllen muss.“ Bisher hatte Brenner drei Anfragen im Rahmen der Aktion. Zwei Geräte konnte er reparieren.

Peter Czeipek kümmert sich um defekte Elektrogeräte, Kleinmöbel oder kaputte Fahrräder. Er hat den Eindruck, dass viele Kunden den bürokratischen Aufwand vermeiden wollen, gerade wenn es um kleine Reparaturen geht. Viel wichtiger sei, dass das jeweilige Gerät wieder schnell funktioniere. Laut Czeipek sind es aber nicht nur ältere Personen, die Kleingeräte reparieren lassen. Derzeit gebe es einen generellen Trend. „Auch Jüngere lassen Dinge reparieren“, so Czeipek. Begeistert vom „Reparaturbonus NÖ“ ist Philipp Hillisch. Er betreibt in der Fischauergasse sein „mac)office“, wo Apple-Geräte nicht nur gekauft, sondern auch repariert werden können.

Durch die Aktion werde nicht nur Müll vermieden, sondern auch Energie gespart – und das zum Schutz der Umwelt. „Ich freue mich, dass das Land, die Wirtschaftskammer und der Umweltverband hier zusammenarbeiten“, so Hillisch. Kaputte iPhone-Displays, defekte Tablets oder Stand-PCs wurden bereits mithilfe des Bonus wieder instandgesetzt. Hillisch will seine Kunden nicht nur beim Neukauf beraten, sondern auch wenn die Produkte kaputt sind: „Reparieren zahlt sich aus.“

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