Rössel-Wirt vor Abschied. Gastronom Roland Leibetseder konnte die Insolvenz nicht abwenden und steht vor dem Abschied als Wirt des „Weißen Rössels“. Zukunft des Gasthauses ist ungewiss.

Von Mathias Schranz und Philipp Hacker-Walton. Erstellt am 04. Februar 2020 (06:00)
Roland Leibets- eder war für die NÖN nicht erreichbar.
Schranz

Vor zehn Jahren hatte Roland Leibetseder die Traditions-Gaststätte mit über 200 Jahren Geschichte von Gustl Auer übernommen. Er setzte wie sein Vorgänger auf bürgerliche Küche, was anfangs auch funktionierte.

2015 musste er jedoch zum ersten Mal Insolvenz anmelden. Es folgten weitere Insolvenzen 2018 und 2019 – an letzterer dürfte es jetzt scheitern, der angestrebte Sanierungsplan ging nicht auf. Im November wurde vereinbart, dass die Gläubiger 25 Prozent ihrer Forderungen erhalten sollten – vergangene Woche wurde dem Plan vom Landesgericht jedoch die Bestätigung versagt. Wie Leibetseders Anwalt Rivo Killer bestätigt, konnte die Quote nicht erfüllt werden. Deswegen wird Roland Leibetseder in absehbarer Zeit auch nicht mehr Wirt sein. Das Gasthaus bleibt derzeit noch bis auf weiteres geöffnet, in den nächsten Tagen wird es Gespräche mit der Stadt (sie ist Vermieter) geben, wo sich die Zukunft der Gaststätte entscheidet.

Das Gasthaus ist seit jeher auch ein Treffpunkt für die Stadtpolitik. Hier Traude Dierdorf und Klaus Schneeberger beim Bieranstich vor 20 Jahren.
Baldauf

Wie die NÖN erfuhr, soll es Interessenten für das „Weiße Rössel“ geben – allerdings dürften mit einer Neuübernahme auch gröbere Sanierungsmaßnahmen einhergehen müssen.