Tierschutzverein-Obfrau: „Tiere gegen Langeweile“. In Wr. Neustadt ist in den Corona-Zeiten die Nachfrage nach Haustieren gestiegen, sagt Tierschutzverein-Obfrau Renate Wolfger. Sie warnt davor, dass mit Krisenende die Abgabe der Tiere steigen könnte.

Von Jakob Feigl und Philipp Hacker-Walton. Erstellt am 03. Februar 2021 (04:45)
Symbolbild
shutterstock.com/4 PM production

Homeoffice, geschlossene Geschäfte und Lokale, gesperrte Theater und Museen, dazu eingeschränkte Möglichkeiten, Familie, Freunde und Bekannte zu treffen – all das hat offenbar auch einen „Corona-Effekt“ in der Beziehung von Mensch und Tier herbeigeführt: „Weit mehr Menschen wollen in Zeiten von Corona ein Tier zuhause haben, um das sie sich kümmern können, um sich die Langeweile zu vertreiben“, sagt Renate Wolfger. Im Gespräch mit der NÖN warnt die Obfrau des Tierschutzvereins Wiener Neustadt jedoch davor, die langfristige Verantwortung, die man mit der Aufnahme des Haustiers übernimmt, zu unterschätzen: „Viele vergessen, dass bei der Rückkehr der alten Arbeitsbedingungen die Pflege des Tieres immer noch viel Aufwand erfordert. Ich befürchte, dass es zu vermehrten Tier-Abgaben kommen wird, sobald sich die Krisenzustände etwas normalisieren.“

Vorerst sei im Neustädter Tierheim in der Günserstraße noch nicht festzustellen, dass sich mehr Besitzer von ihren Tieren trennen wollen als in „normalen“ Jahren: „Es gibt nicht mehr Tierabgaben zu verbuchen als sonst“, sagt Wolfger. Gestiegen sei hingegen die Unterstützung: „Die Spendenbereitschaft steigt im Gegensatz zu den letzten Jahren. Ich vermute, dass die Nutzer die Hompages im Homeoffice genauer durchstöbern.“

Alles in allem komme man ganz gut durch die Corona-Zeit, sagt Wolfger: „Uns geht es trotz der aktuellen Umstände gut.“

Die Pandemie hat jedoch auch im Tierschutzhaus für einige Einschränkungen gesorgt – was mitunter für Unverständnis bei jenen sorgt, die sich gerne ein Tier abholen möchten, wie Wolfger sagt: „Der Kundenverkehr ist aktuell gesperrt. Leider ist das für manche Interessenten unverständlich, sie wollen in der Krise unbedingt ein Tier haben.“ Möglich ist dies freilich auch weiterhin – nur eben nicht mit dem aus normalen Zeiten gewohntem Ablauf: „Man kann die Tiere derzeit nur per Telefongespräch und Terminvereinbarung besichtigen“, erklärt Wolfger, „dabei wird es auch nach Ende des Lockdowns bleiben.“

Umfrage beendet

  • Worauf legt ihr beim Lebensmittel-Kauf am meisten Wert?