Waffenbesitzer-Zahl ist leicht gestiegen. In Stadt und Bezirk Wiener Neustadt steigt die Zahl geringfügig. Auch Interesse an Jagdkarten wird größer.

Von Brigitte Steinbock. Erstellt am 13. Januar 2021 (05:34)
Symbolbild
Shutterstock.com/alexfan32

Über Waffen im Privatbesitz wird nicht zuletzt nach den Ereignissen im Kapitol in Washington auch hierzulande wieder mehr diskutiert. Mehr Waffen in den Händen von Privatpersonen gibt es nicht. Auf diese Tatsache legt Jagd-Waffenhändler Gerald Fischak Wert. Auch in Pandemiezeiten haben sich nicht mehr Leute bewaffnet. „Im Gegenteil, dadurch, dass die Schießstände ganz zu haben oder nur erschwert betreten werden können, ist das Geschäft eher etwas schlechter geworden.“ Außerdem: „Wer bei uns eine Waffe kauft, ist ohnehin immer registriert.“

Die Nachfrage nach illegalen Waffen sei seiner Meinung nach ohnehin sehr gering: „Vor 15 oder 20 Jahren gab es schon hin und wieder eine Anfrage von einem Kunden im Geschäft, aber die habe ich immer gleich weggeschickt. Die, die illegale Waffen kaufen wollen, fahren ohnehin ins Ausland.“

Auch seitens der Justiz verzeichnet man keinen signifikanten Zuwachs bei Verstößen gegen das Waffengesetz, so Staatsanwältin Silke Pernsteiner.

Im Bezirk Wiener Neustadt wurden im Jahr 2019 3.889 Waffenpässe und Waffenbesitzkarten ausgestellt, im Vorjahr waren es 4.087, was einem Plus von 198 entspricht. In der Stadt wurden 2019 1.720 Waffenpässe und Waffenbesitzkarten ausgestellt, auch hier gab es im Vorjahr mit 1.852 Dokumenten eine kleine Steigerung.

Jagdprüfung sehr gefragt

Bei den Anfragen für die Jagdprüfung herrscht im Bezirk Wiener Neustadt schon größeres Gedränge: Laut Bezirksjägermeister Werner Spinka steigt die Zahl der Jäger im Bezirk seit vielen Jahren. „2019 kamen insgesamt 1.049 Neumitglieder im NÖ Jagdverband hinzu, davon 759 in Niederösterreich und 181 in Wien“. Im Bezirk Wiener Neustadt kamen 44 Jungjäger, darunter vier Frauen, dazu.

Bezirksjägermeister Werner Spinka: „Steigendes Interesse an der Jagdausbildung.“
Baldauf

1.374 Männer und 166 Frauen besitzen derzeit eine Jagdkarte. „Aktuell liegt der Frauenanteil bei den Mitgliedern in Niederösterreich bei 10 Prozent, bei den Absolventen der Jagdausbildung sind es jedoch bereits 20 Prozent. Das heißt, der Frauenanteil steigt im gesamten Bundesland“, so Spinka.

Generell gebe es ein steigendes Interesse an der Jagd sowie an der Jägerausbildung. „Als Gründe für die Teilnahme am Jagdkurs werden vorwiegend das Interesse am Handwerk Jagd, deren Ausübung sowie an der Natur angegeben.“ Denn in Zeiten der Digitalisierung, Technisierung und Schnelllebigkeit ziehe es Menschen zur Erholung wieder stärker in die Natur. Gleichzeitig steigt dadurch auch das Interesse an den Vorgängen und Zusammenhängen in der Natur, die im Zuge des Jagdkurses vermittelt werden.

Ein weiterer Grund für die Jagdprüfung ist die Gewinnung von Wildbret vor dem Hintergrund der aktuellen Ernährungstrends mit Fokus auf Regionalität, Gesundheit und Tierwohl. „Aber auch gesellschaftspolitische Gründe werden genannt, denn eine Jagdkarte zu haben liegt einfach im Trend“, so der Bezirksjägermeister dazu, dass Jagen derzeit auch als chic und exklusiv gilt. Welche Waffen liegen bei der Jägerschaft besonders im Trend? Spinka: „Der Kauf von Jagdwaffen unterliegt keinen Trends, sondern den Anforderungen, die das Revier vorgibt. Beim Waffenkauf entscheidend sind also die Wildarten, die Geländeausprägung, der Wald- und Feldanteil sowie die Jagdart.“

Umfrage beendet

  • Steigert eine Waffe euer persönliches Sicherheitsgefühl?