Was Gärtner im Winter machen…. Zu Gast bei drei Gärtnern in Stadt und Bezirk: Wie sie sich schon jetzt auf den Frühling vorbereiten.

Von Peter Fridecky. Erstellt am 11. Februar 2020 (03:06)

Was macht ein Gärtner im Winter?

„Sicher nicht schlafen“, lacht Franz Glanz von der gleichnamigen Gärtnerei in Bad Erlach. Zugegeben: Ein beinahe leeres Glashaus ist hier ein ungewöhnlicher Anblick. Bis auf einige Kleingeräte und einem großen Dampfstrahler gibt es in dem sonst gewohnt farbenprächtigen Kleinod derzeit nichts zu sehen.

„Zusammenräumen, saubermachen, desinfizieren. Das sind momentan die wesentlichen Arbeiten in der Gärtnerei“, sagt Glanz, „die Überwinterungspflanzen gehören auch gepflegt. Gießen, düngen und auf eventuelle Krankheiten kontrollieren.“

Das Glashaus in der Erlacher Haydengasse wird gerne auch für floristische Wintergäste von Kunden genutzt. Vom Orangenbäumchen bis hin zum Oleander finden sich hier Pflanzen, die üblicherweise im Freien mediterranes Flair verbreiten.

„Jetzt kommen bald die Zierpflanzen, dann Beet- und Balkonblumen, die Gemüsejungpflanzerl kommen nachher. Und sobald die Zierpflanzen weg sind, kommen Paradeiser, Paprika und Gurken“, gibt Glanz einen Ausblick auf die bevorstehenden Wochen. Gemüse gibt es in der Erlacher Gärtnerei schon immer, die Kunden schätzen heimische Ware direkt vor Ort. Auf mehreren tausend Quadratmetern wird im Familienbetrieb produziert. Aktuell werden vor allem die Blumentöpfe vorgerichtet, um die Jungpflanzen rasch „in die Erde zu bringen“, wie Franz Glanz es bezeichnet: „Dabei verwenden wir Mikroorganismen, um die Pflanzen so zu stärken, dass sich kein Schädling oder Pilz anhaften kann.“ Schnittblumen sind hier das ganze Jahr über erhältlich, ein Angebot, das auch im Winter für Arbeit sorgt.

Auf spezielle Wünsche ihrer Kunden reagiert Kerstin Horvath ganzjährig im eher exponiert liegenden Hochwolkersdorf. Mit viel Liebe zum Detail widmet sie sich mit ihrem Team der Gestaltung von floristischen Dekorationen aller Art: „Wir haben sehr viele Event- und Tischdekorationen für Feiern, von der Geburtstagsfeier bis zur Hochzeit.“ Sehr starke Nachfrage nach den Kreationen aus ihrem „Gänseblümchen“-Laden besteht für Begräbnisse.

„Floristik ist ein Kunsthandwerk“

Auch hier geht nichts ohne perfekter Ware der Gärtnereien, die die floristische Grundlage jedes ihrer Kunstwerke liefern. „Trauerschmuck wird zunehmend moderner, Gestecke werden gerne in verschiedenen Formen verlangt. Wir haben aber auch schon große Winterhochzeiten beliefert, da kommen unsere Ideen gut an. Die Kunst besteht darin, die richtigen Farben mit den richtigen Materialien zu kombinieren“, sagt die Floristin.

Seit knapp eineinhalb Jahren beliefert Horvath ihre Kunden in der ganzen Buckligen Welt. Ihr Einfallsreichtum scheint dabei unendlich zu sein: „Wir machen nur Unikate. Jetzt werden die Wintergestecke schon mit Frühlingsknospen und Frühlingsblumen aufdekoriert.“

Ob einfacher Glasteller, rostiges Reindel, Gräser aller Art und vieles mehr scheint in den richtigen Händen alles Ausgangsmaterial für geschmackvolles Interieur zu sein. „Floristik ist ein Kunsthandwerk. Wir verarbeiten die ganzen Einzelmaterialien zu fertigen Geschenken“, fasst die „Gänseblümchen“-Chefin zusammen und weist dabei auf den bevorstehenden Ostermarkt im Haus hin.

Im Glaushaus duftet es schon nach Frühling

Der angenehme Duft des Frühlings ist im Glashaus der Gärtnerei Postl in Wiener Neustadt bereits zu vernehmen. Auch hier blickt die ruhige Zeit ihrem Ende entgegen. Als nicht ganzjährig produzierender Betrieb startet die Gärtnerei erst in Kürze, die Blumengeschäfte sind ganzjährig geöffnet. „Mitte Februar beginnen wir mit der Produktion der Frühlings- und Sommerware, davor war jetzt die Vorbereitung der Glashäuser im Mittelpunkt“, schildert Gärtnermeister Martin Postl.

Das in Kürze startende Eintopfen geschieht hier händisch, unterstützt von einer Topfmaschine: „Wir haben für jede Kultur ein eigenes Substrat bzw. einen eigenen Dünger. Paradeiser, Paprika, Pelargonien, verschiedene Stauden – alle haben eine andere Düngerzusammensetzung.“ Zurzeit werden für den Valentinstag Blumenstöcke und gemischte Sträuße vorbereitet.

Ergänzend zu den floristischen Angeboten ist der Trend zu „Bio“ besonders auffallend. Biosalatpflanzen und Biokräuter gelten als beliebt bei anspruchsvollen Kunden. „Wir haben auch urige Tomatensorten wie ,Black Cherry‘ oder ganz kleine, die sogenannte ,Johannesbeere‘ zum Naschen für die Kinder. Schwarzer, roter und gelber Habanero, verschiedene Jalapenjos sind ebenfalls gefragt“, erläutert Martin Postl noch sein Angebot an Pfefferoni-Sorten.

Obwohl noch mitten im Winter – auch die Grillsaison könnte schon kommen.

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