Wohnbau sorgt für Proteste. Grundstück hinter dem Stadtheim in Wr. Neustadt wurde in vier Teile geteilt. Anrainer kritisieren, dass so die Bausperre umgangen wurde. Stadtpolitik sieht hingegen Verbesserung dank Bausperre.

Von Mathias Schranz. Erstellt am 05. Mai 2021 (05:55)
Auf diesem Grundstück sollen vier Wohnböcke mit je zehn Wohnungen entstehen.
Schranz

Wieder einmal wird gegen ein Mehrparteienhaus-Wohnprojekt in einem Stadtviertel Sturm gelaufen. Konkret geht es um ein Projekt an der Ecke Blumengasse/Franz Brodinger Gasse hinter dem Stadtheim.

Auf dem knapp 5.000 Quadratmeter großen Grundstück sollten ursprünglich 53 Wohnungen entstehen, was den Anwohnern missfällt. Mit dem Umbau des Stadtheim-Areals seien schon zusätzliche Wohnungen in das Stadtviertel gekommen, jetzt erwarten sie eine weitere Parkplatzknappheit sowie Verkehrslärm im Viertel. „Es braucht Grün, wie etwa Parkanlagen, nicht noch mehr Wohnbauten in dem Viertel“, sagen Anrainer bei einem Treffen mit der NÖN. Mittlerweile gibt es eine Petition gegen das Wohnprojekt, rund 80 Unterschriften finden sich darauf. Was die Anwohner zusätzlich ärgert, sind die neuesten Entwicklungen.

So sollen die Wohnblöcke aussehen.
Hochbau-Planung.at

Denn das Grundstück wurde mittlerweile auf vier Teile aufparzelliert, auf jedem soll ein Gebäude mit je zehn Wohnungen mit einer gemeinsamen Tiefgarage entstehen. „Damit wurde die Bausperre umgangen – was hat das denn noch für einen Sinn?“, fragen sich die Anrainer, die fürchten, dass das bei anderen Grundstücken in der Stadt Schule machen könnte.

Dinhobl: Bausperre hat gegriffen

Gänzlich anders sieht die Situation ÖVP-Baustadtrat Franz Dinhobl. Die Bausperre habe sich hier sehr wohl als sinnvoll erwiesen, „immerhin werden statt den 53 Wohnungen jetzt nur 40 Wohnungen errichtet. Ich sehe das als einen Erfolg. Ohne die Bausperre wäre das nicht der Fall gewesen.“ Und er fügt hinzu: „Teilweise kommen hier Proteste von Anrainern, die selbst in einem Mehrparteienwohnhaus neben dem Grundstück leben.“

Die Stadt habe übrigens versucht, einen Teil des Grundstücks zu kaufen, um dort eine Parkanlage zu errichten. Allerdings sei das an den Preisvorstellungen des Grundstücksbesitzers gescheitert, so Dinhobl.

Jürgen Witt, Projektentwicklung und Generalplaner, betont, dass die Wohnungen streng nach den Vorschriften errichtet werden, „wir halten uns an alle gesetzlichen Vorgaben der Stadt“, betont er im Gespräch mit der NÖN.

Baubeginn soll noch heuer erfolgen

Das Grundstück sei schon lange als Bauland/Wohngebiet gewidmet, deswegen sei es auch nicht verwunderlich, dass dort gebaut werde. Und er nimmt auch die Stadt in Schutz: „Die hat hier nichts Falsches gemacht.“ Dass die Anrainer eine Parkanlage wollen, sei gut und schön, „dann hätten sie das Grundstück aber selbst kaufen müssen“, so Witt. Er rechnet damit, dass noch heuer mit dem Bau der Wohnungen begonnen werden könne.

Die Anrainer wollen im Zuge der Bauverhandlung jedenfalls Einspruch gegen das Projekt erheben.