Zahlen weiter hoch: Stadt bleibt Corona-Hotspot . Die Zahl der aktiven Corona-Infizierten bleibt in der Stadt auf hohem Niveau: Aktuell sind rund 190 Wiener Neustädter positiv getestet, die 7-Tages-Inzidenz liegt bei 312.

Von Mathias Schranz. Erstellt am 22. Februar 2021 (12:02)
Bürgermeister Klaus Schneeberger und Magistratsdirektor Markus Biffl bei der Coronateststraße in den Kasematten.
Franz Baldauf

Dass die Zahlen in den nächsten Tagen deutlich zurückgehen werden, daran glaubt ÖVP-Stadtoberhaupt Klaus Schneeberger nicht, wie er im Rahmen einer „Corona-Pressekonferenz“ sagte: „Wir testen viel, jetzt auch an den Schulen, das bringt mehr positive Ergebnisse. Dazu kommt, dass derzeit viele K1-Kontaktpersonen in Familien angegeben sind sowie Reiserückkehrer.“

Bisher 2.378 Fälle in der Stadt

Seit einem Jahr hält die Pandemie auch Wiener Neustadt in Atem. Der erste Corona-Fall wurde am 17. März gemeldet, bis Mitte August hätte es „nur“ 100 Fälle gegeben. Dann stiegen die Zahlen allerdings sprunghaft an, die Stadt wurde zum „Hot Spot“. Im Oktober waren es schon 500 Fälle, im November 1.000 – aktuell liegt man bei 2.378 positiv getesteten Wiener Neustädtern. Vor allem die Cluster in Heimen, Fitnesscentern und Firmen machten sich bemerkbar. 69 Wiener Neustädter sind bisher mit dem Coronavirus verstorben.

Stadt weitete Testangebot aus

Die Stadt hat seit Beginn der Pandemie das Testangebot massiv ausgeweitet. Seit 25. Jänner gibt es zusätzlich zu Apotheken und privaten Einrichtungen Teststraßen in den Kasematten und der Civitas Nova – rund 25.600 Tests wurden in Kasematten und Arena Nova bereits gemacht. Apropos Tests: Zufrieden zeigt sich Bürgermeister Klaus Schneeberger mit dem Test-Aufruf an Menschen mit Migrationshintergrund bei den letzten Massentests.

Bei den ersten Tests hatte er noch seinen Unmut über den geringen Anteil geäußert – und dafür auch Kritik geerntet. „Ich gehe davon aus, dass sich rund 1.500 Menschen mit Migrationshintergrund testen haben lassen. Wir haben mit vielen Vereinen im Vorfeld gesprochen, das hat sich positiv niedergeschlagen.“ Allerdings könne man bei den Daten der Erkrankungen feststellen, dass der Anteil bei Bürgern mit Migrationshintergrund höher ist, als bei Bürgern ohne Migrationshintergrund – hier gäbe es noch Aufholbedarf.

Das sehe man auch anhand der derzeit geschlossenen Volksschule in der Josefstadt, wo rund 90 Prozent der Kinder Migrationshintergrund haben.
Massiv aufgestockt wurden auch die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes – der Höchststand wurde mit 47 Mitarbeitern erreicht. „Derzeit können wir rund zwei Drittel der Fälle zurückverfolgen, was eine sehr gute Quote ist“, so Magistratsdirektor Markus Biffl.

603 Corona-Anzeigen seit dem Vorjahr

159 Anzeigen hat es seit dem Vorjahr wegen Verstößen gegen das Epidemiegesetz (Absonderungsbescheide/Veranstaltungsverbote) gegeben. Dazu kommen 444 Anzeigen nach der Covid-Gesetzgebung, etwa Missachtung der Maskenpflicht oder Ausgangssperre.

Wie viel Corona der Stadt kostet, könne man aktuell nur schwer sagen, so Schneeberger. Im Budget klafft allerdings ein Minus von 12 Millionen Euro.