Schäferhund biss zu: Besitzer verurteilt. Drei Spaziergängerinnen und ihr Welpe wurden von vier Schäferhunden attackiert – Besitzer stand vor Gericht.

Von Brigitte Steinbock. Erstellt am 20. Dezember 2017 (05:33)
Chris Tefme / Shutterstock
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Es waren dramatische Szenen, die sich im August des Vorjahres in Wöllersdorf ereigneten: Zwei Frauen und eine 14-Jährige waren dort mit deren Hundewelpen im Wald unterwegs, als sie von vier Schäferhunden angegriffen wurden. Der Junghund und eine der Frauen wurden verletzt, die psychischen Wunden sitzen tief, wie die Gerichtsverhandlung jetzt zeigte.

Der Hundehalter, 65, stand am Freitag vor Gericht. Er bekannte sich schuldig, gab an, an dem Tag „zu wenig aufmerksam gewesen zu sein“, als er mit seinen vier Hunden unterwegs war. Der „versierte und bestens beleumundete Hundetrainer“, so sein Anwalt Ernst Goldsteiner, gab vor Gericht an, dass ihm die Leinen von zweien entglitten sind und die Hunde die Wandergruppe angriffen.

Er sei sofort zu Hilfe geeilt, musste aber zuerst die anderen Hunde an einem Baum festbinden. Die Opfer schilderten, dass zuerst zwei Schäferhunde und gleich darauf noch zwei angerannt kamen und sie umkreisten. Alle drei Frauen gaben an, dass die Hunde keine Leinen umgehabt hätten. Der Welpe wurde zweimal gebissen und die Mutter des Mädchens erlitt Abschürfungen am Unterschenkel.

Frauen hatten „Todesangst“

Diese Wunden sind längst verheilt, an den psychischen Folgen leiden aber Mutter und Tochter immer noch, wie auch ein Sachverständiger vor Gericht bestätigte. Alle drei Frauen sagten der Richterin, dass sie „Todesangst“ hatten, als die großen Hunde sie angriffen.

Der Angeklagte wurde zu vier Monaten bedingt wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilt. Außerdem muss er, oder seine Versicherung, für Schmerzensgeld aufkommen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.