Aus für „Kebap-Ali“. FPÖ-Marktstadtrat Udo Landbauer bestätigt gegenüber der NÖN, dass Alihan Turgut keinen Standplatz genehmigt bekommt.

Von Josef Kleinrath und Bettina Kreuter. Update am 09. März 2017 (07:52)
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Alihan Turgut bekommt für seinen mobilien Kebap-Stand keine Genehmigung mehr in der Stadt.
Kreuter

Alihan Turgut verkauft seit elf Jahren Kebap am Hauptplatz. Zu ihm kommen viele Stammkunden, unter ihnen auch Schüler. Interessiert zeigte er sich im Herbst auch an den Plänen zum Marienmarkt: „Laut Bürgermeister hat es geheißen, dass sie kein Kebap im neuen Markt haben wollen“, erzählt Turgut im NÖN-Gespräch.

Nun warte er auf Antwort seitens des Bürgermeisters, wo er hin soll: „Ich brauche einen Alternativplatz, aber wo?“ Auf eine Antwort auf diese Frage warte er seit Monaten, so der Unternehmer. Wenn sich keiner findet, müsse er seinen Kebap-Stand zusperren, fürchtet er.

"Es gibt keinen Bedarf" Udo Landbauer, FPÖ

Udo Landbauer
Udo Landbauer
Franz Baldauf

Und genau dieses Szenario dürfte nun eintreten. Denn FPÖ-Marktstadtrat Udo Landbauer bestätigt am Montag Nachmittag gegenüber der NÖN: „Der mit Ende 2016 ausgelaufene Bescheid wird nicht verlängert.“

Und er konkretisiert auf Nachfrage, dass diese Entscheidung nicht nur für den Hauptplatz, sondern für die ganze Stadt gelte: „Es gibt keinen Bedarf für einen mobilen Kebap-Stand. Wir sind dabei, das Marktwesen in der Stadt neu zu ordnen, da kann ich durch ein Überangebot den neuen Marienmarkt nicht gefährden.“

Turgut muss mit Ende April weg

Bis Ende April dürfe Turgut noch da stehen, dann müsse er weg. Anders verhält es sich mit den beiden Würstlständen von Pinzini und Schieder. „Diese beiden haben einen laufenden Vertrag, denen müssen wir Ersatzplätze anbieten“, erklärt Landbauer.

Pinzini kommt auf den Nepomukplatz, für Schieder werde derzeit noch eine geeignete Fläche gesucht. Zu Pinzini am Nepomukplatz kommt dieser Stand jedenfalls nicht, versichert Landbauer

Schneeberger stellt sich hinter Entscheidung

Klaus Schneeberger
Klaus Schneeberger
Baldauf

In der aktuellen Debatte rund um den Kebab-Stand auf dem Wiener Neustädter Hauptplatz stellt sich Bürgermeister Klaus Schneeberger klar hinter die Entscheidung des zuständigen Stadtrates Udo Landbauer: Der Bescheid von Turgut für den Betrieb eines Imbissstandes am Hauptplatz sei am 31. Dezember 2016 abgelaufen. Aufgrund des definierten Produktmixes am Marienmarkt sei dort kein Betrieb Herrn Turgut möglich.

„Da die Optik des Standes nicht dem entspricht, was wir uns für das Herz der Stadt vorstellen, stehe ich hinter der Entscheidung von Stadtrat Udo Landbauer", so Schneeberger. "Kritisch ist auch anzumerken, wenn jemand mitten in der Innenstadt auf öffentlichem Gut einen Betrieb führen möchte, obwohl er nach über zwanzig Jahren in Österreich nicht in der Lage ist ausreichend Deutsch zu sprechen, um ohne Dolmetscher beim Bürgermeister vorzusprechen, ja dessen Frau nicht einmal in Ansätzen der deutschen Sprache mächtig ist."
Das sei genau jene Parallelgesellschaft, die man in Wiener Neustadt nicht brauche und auf öffentlichem Gut nicht wolle. Schneeberger weiter: "Wenn Herr Turgut allerdings einen alternativen Standort außerhalb der Innenstadt vorschlägt, werden wir diesen sicher prüfen.“

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