Wiener Neustadt

Erstellt am 14. Dezember 2016, 00:47

von Josef Kleinrath

Initiative kämpft um Fohlenhof. Umwidmung des Areals im Akademiepark ruft Gegner auf den Plan. Neue Widmung wird vorerst vertagt.

Die Grünflächen sind den Wiener Neustädtern heilig, jede Veränderung, jeder Eingriff wird mit Argusaugen beobachtet. So auch jetzt. Wie berichtet, plant die Stadt, das Areal des Fohlenhofes als Bauland zu widmen und gewinnbringend zu veräußern – eine notwendige Maßnahme aus Sicht der Stadt, um Mittel für neue Projekte bzw. die Sanierung der Stadtfinanzen frei zu machen.

Gegen die Verbauung des Akademieparks hat sich mittlerweile ein breite Initiative gegründet: Die Interessensgemeinschaft „Akademiepark für alle“. Vorige Woche präsentierte sich diese IG, bis Weihnachten wird das ehemalige Lokal Neufeld am Hauptplatz als Anlaufstelle für Interessierte jeweils Freitag von 14 bis 18 Uhr und Samstag von 10 bis 15 Uhr geöffnet sein. Dort liegen Postkarten auf, mit denen der Stopp der Umwidmung gefordert werden kann. Gleichzeitig läuft auch eine Online-Petition der Interessensgemeinschaft.

Schon vor der öffentlichen Präsentation der Initiative um Karoline Karpati (kultur.GUT.natur), Landschaftsplanerin Regina Halbwidl, Künstlerin Silvia Bischof oder Burkhard Landwehr konnte diese zumindest einen Teilerfolg verbuchen. Die Umwidmung, die im Ausschuss bereits abgesegnet wurde, wird nicht, wie ursprünglich geplant, in der Jänner-Sitzung des Gemeinderates behandelt. Das hat ÖVP-Klubobmann Philipp Gruber präsentiert.

SPÖ: Erst für, jetzt gegen Umwidmung

Parallel zu dieser Entscheidung läuft ein Polit-Disput. SPÖ-Vize und Umweltstadtrat Horst Karas hat sich hinter die Gegner der Umwidmung gestellt, war auch bei der Präsentation der Interessensgemeinschaft „Akademiepark für alle“ dabei. Allerdings hat die SPÖ im Ausschuss dieser Umwidmung zugestimmt. Was eben diese heftige Kritik ausgelöst hat.

Gruber erklärt: „Es ist an Unverschämtheit kaum zu überbieten, dass Karas öffentlichkeitswirksam und mit vorgespielter Empörung gegen jene Umwidmung auftritt, der seine Gemeinderäte in der Ausschusssitzung am 14.11.2016 einstimmig zugestimmt haben. Das ist ein Affront gegenüber jenen Bürgern, die in diesem Zusammenhang Bedenken haben und ein Beispiel für genau jene parteipolitischen Spielchen, die die Leute satt haben.“

Das Bebauungskonzept für das Fohlenhof-Areal hat die Stadt schon in der Schublade fertig liegen. Jetzt sollen doch noch Gespräche kommen.  |  Magistrat der Stadt Wiener Neustadt

Die ÖVP habe sofort nach Bekanntwerden der Bedenken Kontakt mit den Betroffenen aufgenommen und werde in persönlichen Gesprächen Änderungen und Kompromisse erörtern. Unterstützung für diese Vorgangsweise, aber auch für die IG kommt von den Grünen. Tanja Windbüchler-Souschill fordert, dass die Entwicklung dieses Areals in das Stadtentwicklungsprogramm STEP 2030 eingebunden wird.

Und von Umweltstadtrat Karas fordert sie, endlich einen Umweltausschuss einzuberufen. Eindeutig war jedenfalls das Ergebnis der Umfrage auf NÖN.at. Von 948 Teilnehmern stimmten 70,7 Prozent gegen die Verbauung des Fohlenhofs in der Akademie, nur 29,3 Prozent haben auf NÖN.at für eine Verbauung des Areals im Park gestimmt.