Kampf gegen Anlage in Theresienfeld. Etwa 800 Demonstranten marschierten am Samstag wieder gegen geplante Müllbehandlungsanlage im Ortsgebiet.

Von Doris Damböck und Kristina Veraszto. Erstellt am 05. Dezember 2019 (04:34)
Die Initiatoren der „Bewegung“ und unmittelbare Nachbarn der geplanten Anlage: Biobauer Martin Reichel und das Ehepaar Sonja und Wolfgang Simecek.
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Der Platz vor dem Gemeindeamt war am Samstag wieder gesteckt voll: Rund 800 Demonstranten fanden sich ein, um ein zweites Mal gegen die geplante Müllbehandlungsanlage zu demonstrieren. Im Mittelpunkt standen diesmal auch wieder die schwerwiegenden Folgen für die Wasserqualität. Denn die Mitterndorfer Senke sei eines der größten Wasserreservate Europas.

„Es geht hier um das Wasser und dessen Qualität“, sagte Rednerin Barbara Mayrhuber-Pfaller und ergänzte: „Die Leute sind sich dessen nicht bewusst. Das Problem wird sich ortsübergreifend zeigen.“ Laut einer der Initiatoren Sonja Simecek sei in Österreich gar kein Bedarf für eine derart große Abfallbehandlungsanlage. „Haben wir nichts aus der Fischer Deponie gelernt?“, fragte Simecek bei der Kundgebung. Das Trinkwasser sei damals ebenfalls verseucht gewesen, die Altlasten mussten teuer entfernt werden. Vor der zweiten Demonstration lud die Gemeinde zu einem Info-Abend, um Bürger und Betroffene über die aktuellen Entwicklungen zu informieren.

UVP-Pflicht wird nicht ausgeschlossen

SPÖ-Bürgermeisterin Ingrid Klauninger machte einmal mehr ihrem Ärger Luft: „Eine solche Müllbehandlungsanlage passt einfach nicht nach Theresienfeld und wir werden alle rechtlichen Schritte gegen dieses Projekt wahrnehmen.“ Die Gemeinde habe – vertreten durch Rechtsanwalt Christian Onz – bezugnehmend auf das UVP-Festellungsverfahren eine Stellungnahme an die zuständigen Behörden geschickt.

Wie die NÖN berichtete, wird derzeit geprüft, ob sich die Müllbehandlungsanlage einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) unterziehen muss. Der Betreiber sei zwar mit allen Angaben knapp unter den Schwellenwerten geblieben, dennoch sei eine UVP-Pflicht nicht ausgeschlossen. „Es besteht durchaus eine vertretbare Chance, dass die Behörde zum Ergebnis kommt, dass die Anlage UVP-pflichtig ist“, sagte Onz. Derzeit seien aber „die Rechte der Gemeinde stark verkürzt“, da sie kein unmittelbarer „Nachbar“ der Anlage sei, so Onz weiter.