Lyra-Jubiläum im FeRRUM. Sechs Damen aus Ybbsitz und Opponitz bilden seit zehn Jahren ein Ensemble. Grund genug, um im Rahmen der Ybbsitzer Kulturtage das erste Jahrzehnt gebührlich zu feiern.

Von Leo Lugmayr. Erstellt am 27. Oktober 2014 (12:24)
NOEN, Leo Lugmayr
Heidi Pechgraber, Gertraud Handsteiner, Gundi Leichtfried, Anna Tanzer, Heidi Handsteiner und Bianca Kölbel (v.l.) sind »Lyra« und bringen das Leben gesanglich auf den Punkt.

Wer zehn Jahre alt ist, darf sich Teenager nennen. Der Schwung von Teenagern haftete den sechs Müttern spürbar an, als sie am Samstag im Rahmen der Heimat- und Kulturtage dazu einluden, ihr erstes Jahrzehnt – als Ensemble – zu feiern.

Mit viel Humor und originellen Überleitungen

Mit Liza Minellis Weltschlager „Willkommen, bienvenue, welcome ...“ aus John Kanders Musical „Cabaret“ begrüßten die Sängerinnen die Besucher im vollen Dachgeschoß des FeRRUM. Da ging es gleich zu gemeinsamen Atemübungen, um auch das Publikum auf Schwung zu bringen.

Mit dem Klassiker „Mein kleiner grüner Kaktus“ des Berliner Vokalensembles Comedian Harmonists reiste man zurück in die Dreißigerjahre, bevor man mit viel Humor und originellen Überleitungen conférenceartig durch das abwechslungsreiche Programm tänzelte.

Ob bei „Mister Sandman“, einem Lied von Pat Ballard, mit dem schon die US-amerikanische A-cappella-Girlgroup The Chordettes 1954 die US-Charts gestürmt hatte, oder mit einer Esoterik-Posse vom „Wassermann“, ein Hauch von Ironie trug das Damensextett durch den Abend, etwa auch in Johanna von Koczians Schlager „Das bisschen Haushalt macht sich von allein, sagt mein Mann ...“.

Auf der Sonnenseite des Lebens

Dass Diamanten-Geschenke diesbezüglich viel wieder gut machen könnten, davon waren die Damen stimmgewaltig überzeugt, als zu „Diamonds Are a Girl’s Best Friend“, einem Lied aus dem Broadway-Musical „Blondinen bevorzugt“, anhoben. Jedenfalls landete man schließlich versöhnlich mit Jimmy McHughs Popsong „On the Sunny Side of the Street“ wieder auf der Sonnenseite des Lebens.

Mit Matthias Bramauer hatten sich die Damen einen kongenialen Keyboarder geangelt, der mit Feingefühl die instrumentale Begleitung schuf. Die Gäste, darunter Bürgermeister Josef Hofmarcher, der zur Erzeugung von Schmuck aus Kaffeekapseln auf die Bühne geholt wurde, waren überzeugt: Mit so viel Schwung hat man Lyra noch nicht erlebt.

Es war ein herrlicher Abend, der den Kultur- und Heimattagen alle Ehre machte, und der sich reichlich variiert in den kommenden Teenager-Jahren des Ensembles noch recht oft wiederholen sollte.