Feuerwehr trotzt der Corona-Krise. Corona stellt Wehren auch vor finanzielle Herausforderungen.

Von Christa Hochpöchler. Erstellt am 17. April 2021 (05:33)
Christoph Nefischer, Sebastian Buchmayr und Patrick Rigler (von links) von der FF St. Georgen/Klaus trainieren eine Fahrzeugbergung.
Christa Hochpöchler

Die Feuerwehr trägt als Einsatzorganisation eine besondere Verantwortung für die Region. Im Mittelpunkt steht derzeit die Aufrechterhaltung des Einsatzdienstes.

Dass dies nach nunmehr einem Jahr Corona nicht immer einfach ist, erzählt Abschnittskommandant Michael Höritzauer: „Der erste Lockdown am 13. März 2020 hat sich schon angebahnt. Zufällig hatten wir am Vortag eine Kommandositzung mit dem Feuerwehr-medizinischen Dienst. Masken waren damals Mangelware und nur über Umwege zu bekommen. Desinfektionsmittel haben wir ständig verfügbar, doch für den Corona-Einsatz natürlich zu wenig. Unmittelbar nach dieser Sitzung haben wir die Schutzmaßnahmen an alle Feuerwehrleute verschickt. Nächsten Tag war ein Alarm im Rothschildschloss, nur drei Feuerwehrleute sind gekommen, so groß war die Angst. Zum Glück war das ein Fehlalarm.“

Die Corona-Krise stellt die Wehren auch vor finanzielle Herausforderungen. Feuerwehrfeste oder Punschstände, bei denen der Erlös der Ausrüstung zugute kam, wurden abgesagt. Der Unterstützungsfonds für Non-Profit-Organisationen deckt maximal die Hälfte der laufenden Ausgaben. „Genauso schlimm war, dass alle Bewerbe abgesagt wurden und das Vereinsleben eingeschlafen ist. Doch nun gibt es unter strengen Auflagen Übungen im kleinen Rahmen“, ist Höritzauer erleichtert.

Die Bestimmungen seien manchmal skurril: „Manchmal sind wir bei Versammlungen in riesigen Sälen mit vordefinierten Wegen, es muss trotz Minusgraden ständig gelüftet werden, da haben wir schon oft gefroren. Auch im Einsatzfahrzeug, weil es nur erlaubt ist, bei offenem Fenster zu fahren. Eine Herausforderung ist es, auch bei Einsätzen die FFP2-Maske zu tragen, beim Atmen mit der Maske kommen wir schnell an unsere Leistungsgrenze.“

Trotz aller Schwierigkeiten blicken die Feuerwehren des Abschnitts zuversichtlich in die Zukunft. Dabei stehen der vorbeugende Brandschutz und die Ausbildung der Mannschaft im Mittelpunkt. „Es ist ein stetiger Wettlauf mit der Zeit. Unsere Mitglieder sollen ständig am letzten Stand der Technik sein“, erzählt Höritzauer.

Fokus liegt auf der Nachwuchsarbeit

Die Ausbildung kann gar nicht früh genug beginnen. Der Abschnitt Waidhofen war der erste mit einer Kinderfeuerwehr. Mit Spiel und Spaß wird hier Kindern von acht bis zehn Jahren die Feuerwehr nähergebracht. Bei der Feuerwehrjugend wird schon mit technischen Geräten gearbeitet, ausgebildete Feuerwehrjugendführer machen die Jugendlichen mit den zukünftigen Aufgaben vertraut. Ab zwölf Jahren gibt es einen Wissenstest in drei Leistungsstufen, bei dem das erworbene Wissen in Stationen abgefragt wird.

„Wir wollen Menschen retten, Häuser löschen und Fahrzeuge bergen“, sagen die jungen Leute einstimmig. Wie sie zur Feuerwehr gekommen sind? „Als ich vier Jahre war, hat die Feuerwehr die Straße bei uns gewaschen, da durfte ich im Feuerwehrauto mitfahren, das hat mich so begeistert“, erzählt Maximilian Felber. Bei anderen wiederum fließt Feuerwehrblut in den Adern, wie bei Alexandra Piesslinger: „Mein Vater war Kommandant in Opponitz und jetzt ist es mein Bruder.“

Die Überstellung in den Aktivdienst erfolgt mit 15 Jahren. Um für künftige Einsatzaufgaben vorbereitet zu sein, absolvieren die Jugendlichen eine Grundausbildung. „Die theoretische Ausbildung erfolgt in Kleingruppen, die Praxis übergreifend im Abschnitt. Im ersten Jahr sind die jungen Leute nie alleine bei einem Einsatz unterwegs“, erklärt Kommandant-Stellvertreter Christoph Schaumberger von der Feuerwehr Windhag.

Seit September vergangenen Jahres ist Florian Schwein bei der Feuerwehr Windhag: „Beide Eltern sind dabei, auch meine Mutter, sie ist bei Einsätzen dabei und hat Verwaltungsaufgaben übernommen.“ Auch Tobias Hönickl kommt aus einer Feuerwehr-Familie. „Ich war schon einmal bei einem Unfall dabei und habe gesehen, wie professionell ein Auto geborgen wurde“, erzählt er über seine Motive zur Feuerwehr zu gehen.

Einmal bei der aktiven Feuerwehr, gibt es auch Mannschaftsversammlungen und Beschlussfassungen. Die Kameraden der FF St. Georgen/Klaus sitzen im Zeughaus, mit Maske und Mindestabstand. Kommandant Jürgen Hörlendsberger erklärt ausführlich die Funktionsweise eines modernen Hilfelöschfahrzeugs. „Alle 25 Jahre wird ein Einsatzfahrzeug erneuert, das ist trotz Corona-Situation und ohne Einnahmen notwendig. Der Fuhrpark muss am letzten Stand der Technik sein“, ist er überzeugt. Am Ende wird der Beschluss gefasst, das Hilfelöschfahrzeug mit hydraulischem Rettungssatz anzuschaffen.

„Leider kommen wir mit den Menschen derzeit viel zu wenig in Kontakt“, bedauert Michael Höritzauer. Umso mehr heißt er alle willkommen, die sich trotzdem anmelden: afkwaidhofen-ybbs-stadt@feuerwehr.gv.at.