Meiller verlegt Werk nach Oed. Kipperhersteller löst Standorte in Waidhofen und Asten zugunsten einer gemeinsamen Zentrale in Autobahnnähe auf. Alle Mitarbeiter werden mitgenommen.

Von Hermann Knapp und Andreas Kössl. Erstellt am 21. Februar 2018 (05:01)
Anton Kovacs
In Oed nahe der Autobahnauffahrt Richtung Wien errichtet die Meiller GmbH ihr neues Werk. Beim Lokalaugenschein am Grundstück: Geschäftsführer Herbert Haselberger, Bürgermeisterin Michaela Hinterholzer und Prokurist Gerhard Schnittler.

„Eine Jahrhundertchance für die Gemeinde Oed-Öhling wird nun Realität“, freut sich Bürgermeisterin Michaela Hinterholzer. Die Meiller GmbH wird an der Autobahnauffahrt Oed einen zentralen Österreich-Standort errichten.

Die Werke in Waidhofen und Asten (OÖ) werden aufgelöst und die gesamte Produktion am neuen Standort konzentriert. Verhandlungen über eine mögliche Ansiedlung des Herstellers für Lkw-Kipperaufbauten in Oed gab es bereits 2005. Damals sind die Verhandlungen geplatzt, weil das Grundstück zu klein war. Jetzt wurde man sich einig.

Belegschaft soll wachsen

Meiller-Geschäftsführer Herbert Haselsberger betont, dass aufgrund des nachhaltigen Wachstums und der guten Geschäftsentwicklung eine Erweiterung der Produktion notwendig sei. „Wir haben dafür aber weder in Waidhofen noch in Asten ausreichend Platz. Außerdem stoßen wir mit diesen zwei Standorten, die 65 Kilometer auseinanderliegen, auch logistisch an die Grenzen.“ In Oed-Öhling habe man auch künftig Reserven für eine Erweiterung.

Alle 85 Mitarbeiter aus Waidhofen und alle 35 aus Asten sollen in Oed auf rund 12.000 Quadratmetern Fläche in einem Büro- und einem Produktionsgebäude einen neuen Arbeitsplatz finden. „Oed ist für die Mitarbeiter aus dem Ybbstal und dem Mühlviertel gut erreichbar. In ein paar Fällen werden wir auch mit Bussen arbeiten“, sagt Haselsberger. Er geht davon aus, dass das Unternehmen mittelfristig auf eine Belegschaft von 150 bis 160 Mitarbeiter wachsen wird.

22 Millionen werden in Standort investiert

Insgesamt wird die Meiller GmbH in Oed rund 22 Millionen Euro investieren. Fertigstellung des Baus könnte schon Ende 2019 sein. Für Waidhofen ist diese Entscheidung natürlich bitter. Noch vor gut einem Jahr kündigte das bayrische Familienunternehmen an, in den nächsten Jahren umfangreiche Investitionen in den Standort im Patertal tätigen zu wollen. 100.000 Euro sollten in die Modernisierung der Lackieranlage gesteckt werden.

Das Unternehmen habe schon seit längerer Zeit mit dem Gedanken gespielt, die beiden Standorte zusammenzulegen, berichtet Waidhofens Bürgermeister Werner Krammer. Das Vorhaben sei dann wieder ad acta gelegt worden, ehe es im Herbst wieder thematisiert worden sei. „Geschäftsführer Haselsberger hat mir aber versichert, dass diese Entscheidung nichts mit Waidhofen zu tun hat. Man hat sich hier bestens betreut gefühlt. Letztendlich war es eine Konzernentscheidung.“

Für Waidhofen sei dieser Schritt freilich sehr schade, sagt der Stadtchef. Er sei aber zuversichtlich, dass die frei werdende Fläche bald wieder einer neuen Nutzung zugeführt werden könne. Besitzer des Areals ist der auf Einkaufszentren spezialisierte Investor Reinhold Frasl. Seitens der Stadt wurde in der Vergangenheit stets bekräftigt, kein Einkaufszentrum beim Hauptbahnhof zulassen zu wollen.