Braut nach Unfall zu Grabe getragen. 26-Jährige erlag nach Polterunfall ihren schweren Verletzungen. Allhartsberg tief betroffen.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 26. September 2018 (05:00)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Zahlreiche Trauernde haben an der Unfallstelle zwischen Allhartsberg und Sonntagberg Kerzen für die verstorbene Braut entzündet. Die Betroffenheit im gesamten Ybbstal ist groß. Am Freitag wurde die junge Frau im Beisein einer großen Trauergemeinde beerdigt.
NÖN

Am Dienstagnachmittag der Vorwoche war es schließlich traurige Gewissheit: Nach dem schweren Polterunfall vom 8. September, bei dem 13 Frauen in Allhartsberg von einem Traktoranhänger geschleudert worden waren, erlag die junge Braut am Montagabend im AKH Linz ihren schweren Kopf- und Thoraxverletzungen. (Die NÖN berichtete)

In Allhartsberg sowie im gesamten Ybbstal ist die Betroffenheit groß. Die 26-Jährige war im Vereinsleben ihrer Heimatgemeinde höchst aktiv. Sie engagierte sich in der Landjugend und der Volkstanzgruppe und war in der Trachtenmusikkapelle als Marketenderin aktiv. Beruflich war sie im Landespflegeheim Waidhofen in der Betreuung tätig. Im Oktober hätte ihre Hochzeit stattfinden sollen.

Ganzer Ort kam zusammen

Am Freitagnachmittag wurde die junge Frau am Allhartsberger Friedhof nun zur letzten Ruhe gebettet. Der ganze Ort war zusammengekommen, um dem Bräutigam, der Familie und den Freunden der Verstorbenen in dieser schweren Zeit beizustehen. Altabt Berthold Heigl und Pater Franz Hörmann zelebrierten die Trauerfeier in der Pfarrkirche Allhartsberg.

Die Trachtenmusikkapelle und der Chor, der eigentlich die Hochzeit umrahmen hätte sollen, sorgten für die musikalische Gestaltung. Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt. Der Andrang war so groß, dass die Messe auch nach draußen übertragen wurde, wo ebenfalls zahlreiche Trauernde die Gelegenheit wahrnahmen, um sich von der jungen Frau zu verabschieden. Polizei und Feuerwehr regelten den Verkehr.

Gegen Bruder wird ermittelt

„Die Trauerfeier war sehr berührend“, sagt Bürgermeister Anton Kasser. „Alle in der Gemeinde sind sehr betroffen.“

Die anderen jungen Frauen befinden sich nach dem schweren Unfall auf dem Wege der Besserung. Die meisten konnten die Krankenhäuser bereits wieder verlassen. Zwei der Frauen sind schwanger, ihre ungeborenen Babys haben das Unglück unbeschadet überstanden.

Gegen den Bruder der Verstorbenen, der die Zugmaschine gelenkt hatte, wird nun auch wegen fahrlässiger Tötung ermittelt, teilte die Staatsanwaltschaft St. Pölten mit.