Immer mehr im Ybbstal ohne Job. Arbeitslosigkeit im Dezember stieg gegenüber Vorjahr um 32,4 Prozent. Arbeitslosenquote im Ybbstal aber immer noch top.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 20. Januar 2021 (04:53)
AMS-Leiterin Anita Prüller setzt auf Qualifizierung, um Langzeitarbeitslosigkeit zu vermeiden.
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Die Arbeitslosigkeit im Ybbstal hat auch im Dezember weiter zugenommen. So waren Ende des Monats am AMS Waidhofen 679 Personen – 264 Frauen und 415 Männer – als arbeitslos vorgemerkt.

Ende November waren es noch 493 Personen. Gegenüber dem Vorjahr sind das um 166 Arbeitslose oder 32,4 Prozent mehr. Das ist niederösterreichweit der höchste Anstieg.

Zuletzt vor allem Junge betroffen

„Trotz der einsetzenden Saisonarbeitslosigkeit liegt dieser Anstieg aber immer noch unter dem gesamten Jahresdurchschnitt von 38,2 Prozent“, führt die Geschäftsstellenleiterin des AMS Waidhofen, Anita Prüller, aus. Mit einer Steigerung von 34,7 Prozent waren im Ybbstal im Dezember Frauen vom Jobverlust stärker betroffen als Männer.

Nach Altersgruppen traf die Arbeitslosigkeit zuletzt vor allem junge Leute. So verzeichnet man im Dezember bei den unter 25-Jährigen eine Zunahme der Arbeitslosigkeit von 57,1 Prozent. In Summe wurden im Dezember im Ybbstal 260 Personen arbeitslos. Gegenüber 2019 ist das ein Plus von 11,1 Prozent. 87 Personen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden, 39 davon nahmen eine neue Arbeit auf.

Lockdown bremst Erholung am Jobmarkt

Betrachtet man die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Ybbstal seit dem Ausbruch der Coronakrise, so erreichte diese im April mit 836 arbeitslosen Personen einen Höhepunkt, danach sank die Zahl kontinuierlich. Im November und Dezember stieg sie nun wieder an.

„Mit den Lockerungen im Sommer hat die Erholung der Wirtschaft an Fahrt gewonnen“, führt Prüller aus. „Die neuerlichen Einschränkungen bremsen den Erholungsprozess aber deutlich und wirken sich unmittelbar auf den Arbeitsmarkt aus.

Doch auch wenn die Arbeitslosigkeit im Ybbstal in den letzten beiden Monaten stark anstieg, mit einer Arbeitslosenquote von vier Prozent verzeichnete man am AMS Waidhofen im November weiterhin den niederösterreichweit niedrigsten Wert. Weiterhin ein wichtiges Werkzeug zur Vermeidung von Jobverlust ist die Kurzarbeit. Seit Oktober wurden im AMS-Bezirk 156 Anträge genehmigt. „Das heißt aber nicht, dass all diese Fälle auch in Anspruch genommen werden“, stellt Prüller klar.

„Für die Zukunft liegt unser Bestreben nun in der Vermeidung von Langzeitarbeitslosigkeit und der Qualifizierung von vorgemerkten Personen, um die Vermittlungschancen zu erhöhen“, sagt die AMS-Leiterin. „Allerdings wird der Verlauf der Pandemie mit den zugehörigen Begleitmaßnahmen für den Arbeitsmarkt eine wesentliche Rolle spielen.“