Waidhofen/Ybbs bei Einkommen weiter top. Medianeinkommen in Waidhofen lag 2019 bei 2.359 Euro brutto.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 30. Dezember 2020 (06:36)
Symbolbild
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Die Hälfte der Arbeitnehmer in Waidhofen verdiente 2019 mehr als 2.359 Euro brutto pro Monat. Damit liegt das Bruttomedianeinkommen in Waidhofen um 10 Euro über jenem in ganz Österreich und um 124 Euro über jenem in Niederösterreich. Im Vergleich zu 2018 bedeutet das eine Steigerung um 59 Euro. Das ist ein realer Einkommensgewinn von 1,06 Prozent.

Einkommensanalyse 
Quelle: AK NÖ; Illustration: JANGKUNG STUDIO/Shutterstock.com; Grafik: Gastegger

Laut der jüngst veröffentlichten Einkommensanalyse der Arbeiterkammer Niederösterreich hat die Statutarstadt Waidhofen gegenüber 2018 zwar zwei Plätze an St. Pölten-Stadt und den Bezirk Scheibbs verloren, rangiert aber weiterhin mit Rang vier unter den Top-Bezirken Niederösterreichs. Denn damit liegt das Medianeinkommen in Waidhofen/Ybbs noch immer um 5,6 Prozent über dem niederösterreichischen Einkommensniveau. Platz eins im Bundesland belegt wie schon seit vielen Jahren der Bezirk Amstetten mit einem Medianeinkommen von 2.518 Euro.

Frauen verdienen deutlich weniger

Ein Blick auf die Details verrät, dass Männer mit einem Plus von 0,25 Prozent einen deutlich geringeren Realeinkommenszuwachs aufweisen als Frauen (plus 2,25 Prozent). Dafür ist das Einkommensniveau der Männer in Waidhofen deutlich höher als jenes der Frauen. Einem um plus 7,2 Prozent über dem landesweiten Medianeinkommen liegendes Einkommensniveau der Männer steht ein um minus 4,2 Prozent geringeres Einkommensniveau der Frauen gegenüber. Dieser Umstand ergab die vierthöchste Einkommensschere zwischen den Geschlechtern in Niederösterreich. Das Meridianeinkommen der Frauen war in Waidhofen um 39,1 Prozent geringer als jenes der Männer. Noch schlimmer ist es im Bezirk Amstetten. Da verdienen Frauen nur 57,5 Prozent der Männereinkommen. „Wir sind ein Metallerbezirk mit einer guten Industrie, vielen Gewerkschaftsmitgliedern und daher guten Kollektivvertrags-Abschlüssen. Außerdem profitieren wir durch die Nähe zu Oberösterreich davon, dass auch im gesamten Bezirk gute Gehälter gezahlt werden müssen“, erklärt Robert Schuster, Bezirksstellenleiter der Arbeiterkammer Amstetten.

Auf der Gegenseite sei die Lage der Frauen-Einkommen jedoch „katastrophal, weil sehr viele Frauen in Teilzeit arbeiten. Es gibt, wie auch kürzlich wieder eine Studie gezeigt hat, zu wenig Angebote an Vollzeit-Arbeitsstellen. Da Frauen oft zum Beispiel im Handel arbeiten, wo schlechte Löhne gezahlt werden, sind die Medianeinkommen auch so niedrig“, führt Schuster weiter aus.