Debatte um Dorfbus für Windhag. Windhag bekommt Elektrobus. Kritik von SPÖ und Liste FUFU, obwohl sie Projekt gutheißen.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 21. Oktober 2020 (06:03)
WVP-Vize Mario Wührer wollte die Kritik von FUFU-Stadtrat Martin Dowalil und SPÖ-Stadtrat Erich Leonhartsberger nicht gelten lassen.
Kössl

Diskussionen gab es bei der Gemeinderatssitzung am Montag über den Ankauf eines Elektrobusses für die Katas tralgemeinde Windhag. Wie die NÖN berichtete, möchte man mit sogenannten Dorfbussen ein öffentliches Mobilitätsangebot für die Ortsteile schaffen. Ausprobiert soll das System in Windhag werden. Am Vormittag soll der neunsitzige E-Bus dort für den Kindergartentransport genutzt werden, am Nachmittag sollen damit in Kooperation mit dem Dorferneuerungsverein Fahrtendienste für die Bevölkerung durchgeführt werden. Dazu wurde letzte Woche der Mobilitätsverein Windhag gegründet. 54.606 Euro kostet der Bus. 29.000 Euro wurden an Förderungen in Aussicht gestellten.

Kritisch zu Wort meldete sich anlässlich der Beschlussfassung SPÖ-Verkehrsstadtrat Erich Leonhartsberger. Ihm fehlt zum einen ein Gesamtkonzept, zum anderen stößt ihm sauer auf, dass der Verkehrsausschuss im Vorfeld nicht mit dem Thema befasst worden sei. „Es handelt sich hier um ein wichtiges Projekt, das in der Sache absolut richtig ist“, hielt Leonhartsberger fest. Dass der Punkt aber einfach so auf die Tagesordnung komme, sei eine exzellente Demonstration dafür, dass es die oft propagierte Zusammenarbeit nur in Sonntagsreden gebe.

Ins selbe Horn stieß FUFU-Stadtrat Martin Dowalil. Das Projekt sei ein Schritt in die richtige Richtung, meinte er. Dass ein Konzept fehle und der Verkehrsausschuss nicht mit der Sache befasst wurde, bemängelte auch Dowalil. Er fragte: „Warum bekommt Windhag nun diesen Bus und nicht St. Leonhard?“

WVP-Vize Wührer ortet Befindlichkeiten

WVP-Vizebürgermeister Mario Wührer warf den beiden Befindlichkeiten vor. „Über ein Jahr beschäftigen wir uns nun schon mit der Mobilität im ländlichen Raum“, sagte Wührer. Zu Dowalils Frage meinte er, der Windhager Dorferneuerungsobmann habe sich mit der Thematik eben am meisten befasst. Das Modell solle in Folge aber auch auf die anderen Ortsteile umgelegt werden. „Wir müssen den Bus aber jetzt kaufen, damit wir ihn Ende Februar haben“, sagte Wührer und wurde emotional: „Wir reden hier schließlich über die Zukunft unserer Dörfer und nicht über die Micky Maus.“

Schützenhilfe bekam der WVP-Vize von WVP-Fraktionssprecher Franz Sommer. Ursprünglich habe man mit dem ISTmobil ein bedarfsorientiertes Anrufsammeltaxi für die Ortsteile vorgesehen gehabt, sagte Sommer. Dieses sei gescheitert, weil andere Gemeinden nicht mitgegangen seien. Der Dorfbus sei nun die Alternative dazu.

Eine klare Unterstützungserklärung zu dem Projekt kam auch von FPÖ-Mandatar Karl-Heinz Knoll. „Wir haben ein Klimamanifest beschlossen“, sagte er. „Dieses Projekt muss uns das einfach wert sein.“

WVP-Gemeinderat Gerhard Krenn ergriff für seinen Ortsteil St. Leonhard/Walde das Wort. Er bemängelte, dass es keine Busverbindung mehr von St. Leonhard in die Stadt gebe. „Der Verkehrsverbund lässt uns hier im Stich“, sagte Krenn. „Ich hoffe, dass wir in St. Leonhard die nächsten sind, die einen solchen Bus bekommen.“

Letztlich wurde der Tagesordnungspunkt von WVP, FPÖ und Grünen beschlossen. Die Liste FUFU stimmte dagegen, die SPÖ enthielt sich der Stimme. Die UWG ließ sich entschuldigen.