Erster Roman von Helene Wagner: „Ideen hätte ich genug“. Helene Wagner brachte im Dezember ihren ersten Roman „Schattenseiten“ heraus.

Von Lisa Hofbauer. Erstellt am 12. Januar 2020 (04:34)
Kurz vor Weihnachten erschien Helene Wagners erster Roman „Schattenseiten“ im Rediroma-Verlag.
Rudi Spreitzer

Ein bewegtes Leben, in dem Alltägliches bizarr und Bizarres alltäglich wird – so beschreibt der Klappentext den Inhalt von Helene Wagners Erstlingsroman „Schattenseiten“. Das 500 Seiten starke Werk erzählt die Lebensgeschichte einer kokainsüchtigen Frau.

40 Jahre lang werden die Protagonistin Marla und die Personen in ihrem Umfeld auf ihren Irrwegen begleitet und ihre Schattenseiten, Hoffnungen und Ängste gezeichnet. Vom tristen New York ausgehend, hofft Marla, Sonnenseiten in ihrem Leben zu finden, sei es durch Drogen oder durch eine Flucht nach Europa. „Der Roman ist unter anderem ein Signal dafür, was Sucht für die Betroffenen und deren Umfeld bedeuten kann und wie schwer es ist, sich davon zu befreien“, erklärt die Autorin.

Sowohl die Figuren als auch die Handlung des Romans seien „Gott sei Dank ein Produkt meiner blühenden Fantasie“, sagt Wagner. „Ich genoss beim Schreiben vor allem den Prozess, der im Gegensatz zum Malen – einem weiteren Hobby von mir – viel länger anhält“, sagt die gebürtige Oberösterreicherin, die heute in Rosenau lebt. „Ein Bild ist für mich der spontane Ausdruck eines Gefühls, während die Auseinandersetzung mit dem brisanten Thema meines Romans eine völlig andere Dimension gewesen ist.“

„Ein Bild ist für mich der spontane Ausdruck eines Gefühls, während das Schreiben eine völlig andere Dimension gewesen ist.“Schriftstellerin Helene Wagner

Zu den handelnden Personen in ihrem Roman hat die Autorin ein besonderes Verhältnis. „Mich faszinierte die Diskrepanz, dass mir die Protagonisten einerseits vertraut, andererseits aber fremd sind“, sagt Wagner.

Der Inhalt ihrer Geschichte war längst in ihrem Kopf fertiggestellt, bevor sie zu schreiben begann. „In so manchen Dialogen hätte ich gerne meinen ureigenen Senf‘ dazugegeben. Das blieb mir aber verwehrt, weil es sonst keine fiktive Story geworden wäre“, erzählt die Autorin. Drei Jahre lang saß Helene Wagner an „Schattenseiten“ und nun, 500 Seiten später, erschien der Roman im „Books on Demand“-Verlag Rediroma. Erhältlich ist er in der Bücherecke Hofer in Waidhofen, bei Thalia Amstetten sowie bei sämtlichen Online-Portalen.

„Schattenseiten“ ist zwar der erste Roman Helene Wagners, jedoch nicht das erste Werk, mit dem die ausgebildete Mal- und Gestaltungstherapeutin auf sich aufmerksam macht. Bereits 2006 verfasste sie im Rahmen ihrer Kinder- und Jugendarbeit ein Weihnachtsmärchen und auf ihre Initiative hin entstand eine Anthologie mit zahlreichen Geschichten vieler Prominenten, die sie zugunsten von „Menschen für Menschen“ entwarf. „Ich würde mich aber selbst nicht als Autorin oder gar als Schriftstellerin bezeichnen“, sagt Helene Wagner. „Ich finde es nur spannend, meine Ideen zu Papier zu bringen.“

Ob dem Roman „Schattenseiten“ noch weitere Publikationen folgen werden, lässt Helene Wagner offen. „Ideen hätte ich aber genug.“