„Bagage“: Indie Pop aus Biberbach. Mit Emotion und Passion begeistern sie das Publikum. Ende August spielen „Bagage“ mit ihren frischen Indie Sounds in Haag ein Konzert beim Böllerbauer.

Von Daphne Brandstätter. Erstellt am 01. August 2019 (04:00)
Sebastian Gansrigler
Bagage, bestehend aus Feliks und Dan, arbeiten seit 2016 an ihrem gemeinsamen Projekt. Sebastian Gansrigler

Seit 2016 machen Daniel „Dan“ Kalkhofer und Felix „Feliks“ Gauer unter dem Namen „Bagage“ gemeinsam Musik. Mit ihrem Indie Electro Pop treffen die beiden damit genau den Zeitgeist und konnten sich bereits in der österreichischen Alternativszene einen Namen machen.

Ursprünglich stammt Dan aus Biberbach. Ganz klassisch lernte er Gitarre spielen und war später Teil einer Indie Band, die in Seitenstetten probte. Viel sei dabei nicht weitergangen, aber sie hätten viel Spaß dabei gehabt, sich kreativ auszuleben und herumzuprobieren, so Dan. Durch Zufall lernte er dann Feliks kennen. Auf einem Festival trugen die beiden das gleiche T-Shirt und so kamen sie ins Gespräch. Ein halbes Jahr später trafen sie sich. Musikalisch funkte es sofort. Anfangs pendelten die zwei wie bei einer Fernbeziehung zwischen Wien und Linz hin und her. Mittlerweile teilen sie nicht nur die Liebe zur Musik, sondern auch die Wohnung miteinander.

Der Name Bagage entspricht dem Grundgedanken der ganzen Band. Dan und Feliks sind fixer Bestandteil. Doch die Truppe ist eigentlich viel größer. Zur Bagage gehören ihre Produzentin, ihr Fotograf, externe Musiker für Liveauftritte genauso wie das Publikum. Gerade bei Live-Auftritten geht es Bagage um die Stimmung: „Man geht mit den Konzertbesuchern eine Symbiose ein.“

Zwei unterschiedliche Musikwelten

Dan kümmert sich in der Band um den Gesang und die Harmonien und Melodien auf der Gitarre. Felix, der ursprünglich aus dem Techno-Bereich kommt und einige Jahre als Home Producer tätig war, ist zuständig für die Beats und den Synth.

Mit ihrem Song „Trap“ sorgte die Band dieses Jahr für nationale und internationale Aufmerksamkeit. Bei einer Listening-Session vor einer Runde hochkarätiger Musikindustrieller präsentierten Bagage Demoaufnahmen. Das Ganze erinnerte Dan an die damalige ORF-Show „Starmania“.

Spott und Häme von Jury

Denn die Feedback-Runde wurde schnell zum Horror-Trip. Die Jury hatte für die teilnehmenden Acts statt konstruktiver Kritik, nichts als Spott und Häme übrig. Gipfel der Geschmacklosigkeiten war für die Band ein Kommentar zu ihrer Single „Westside“: „Dieser Song ist so schlecht gesungen, das wäre nicht einmal ok, wenn das ein geflüchteter Afrikaner singen würde.“

Statement gegen Rassismus

Diese Worte trafen die Musiker mitten ins Herz. Deswegen veröffentlichten sie im Juni nicht nur die Single „African“, sondern auch den dazugehörigen Kurzfilm „Defamation Of Personality“ (Die Diffamierung der Persönlichkeit) als Statement gegen Rassismus und für Freiheit, Gleichheit und Respekt.

Beim Songwriting ginge es Bagage grundsätzlich darum, ein Gefühl einzufangen. Dan arbeitet dabei gern mit Twists. So erzählt die Stimmung der Songs oft eine andere Geschichte als der Songtext. Das Wichtigste an der Musik ist dem 24-Jährigen aber, dass die Passion größer als das Businessdenken ist. Es gehe darum, die Leute mit der Musik zu berühren. Sie muss also von Herzen kommen und Emotion und Leidenschaft zum Ausdruck bringen. Und das sei das Schlimmste und Schönste an der Musik zugleich.

Bei Live-Auftritten ist für Bagage der Moment alles, worum es geht. Es gehe ihnen darum, das Publikum in den Moment reinfallen zu lassen, wo heute in den Zeiten des Smartphones und der ständigen Verfügbarkeit immer weniger im Moment gelebt wird. Am Samstag, 31. August, spielen die Jungs von Bagage im Haager Böllerbauer. Vielleicht eine Möglichkeit für den einen oder anderen, sich völlig dem Moment hinzugeben.