Band um Ybbsitzer & Kremser: Filmmusik einmal anders. Das Ensemble Velvet Elevator rund um den Ybbsitzer Gitarristen Heinz Fallmann und den Kremser Posaunisten Martin Ptak hat sich auf Filmmusik spezialisiert.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 21. Mai 2021 (05:24)

Die Anfänge von Velvet Elevator gehen auf die langjährige Freundschaft zwischen dem Ybbsitzer Heinz Fallmann und dem Kremser Martin Ptak zurück. Die beiden lernten sich während der gemeinsamen Schulzeit am musikalischen Zweig des BORG Krems kennen. Dort spielten sie bereits gemeinsam in der BORG Big Band.

„Wir sind innerhalb kürzester Zeit dicke Kumpels geworden und hatten dann in Wien, als wir am Konservatorium studiert haben, immer wieder gemeinsame Projekte“, erzählt Fallmann.

„Da gab es zum Beispiel das Takon Orchester oder das Ensemble 8mm, also auch immer wieder mit Bezug zum Film. Wir haben Nächte damit verbracht, Serien oder Horror-Filme aus den fünfziger Jahren zu schauen, das hat uns geprägt. Letztendlich haben wir gesagt: So, jetzt schreiben wir Arrangements und wir wollen Streicher dabei haben, wir wollen solide Musiker, die auch wirklich gut spielen können, was man aufschreibt – und so ist dann Velvet Elevator entstanden.“

„Wir haben Nächte damit verbracht, Serien oder Horror-Filme aus den fünfziger Jahren zu schauen, das hat uns geprägt. Heinz Fallmann

Die beiden Musiker machten daraufhin eine Studienreise nach Hollywood und besuchten dort unter anderem die Filmkomponisten Hans Zimmer und Buddy Baker. Von dieser Reise inspiriert, gründeten Fallmann und Ptak 2005 schließlich Velvet Elevator. Sie begannen, Arrangements von Film- und Serienmusikklassikern für ein 16-köpfiges Ensemble zu schreiben und erarbeiteten schließlich ein Repertoire von 130 Stücken. In den nächsten Jahren führten sie diese unter unterschiedlichen Gesichtspunkten in vielen Jazz-Clubs Österreichs auf – so gab es zum Beispiel einen Schwerpunkt zu österreichischen Filmkomponisten.

„Das Besondere an Velvet Elevator ist, dass es eigentlich eine sehr untypische Bandzusammenstellung ist“, erklärt Fallmann. „Es ist halb Big Band, es ist ein bisschen kammermusikalisches Orchester. Wir haben Instrumente dabei, die eigentlich nicht einer klassischen Big Band entsprechen, und eben auch Streicher, deshalb klingen wir auch etwas symphonischer und können ein breiteres Spek trum abdecken.“

2009 veröffentlichten Velvet Elevator mit der CD „At the Movies“ ihren bisher einzigen Tonträger auf dem Wiener Label cracked anegg.

In den ersten Jahren waren die Auftritte von Velvet Elevator auch von den Stimmen der Sängerinnen Caroline de Rooij und Carole Aston geprägt, später übernahm Tini Kainrath für gemeinsame Auftritte die Gesangsparts. Anlässlich des Wiener Filmballs trat zudem Karel Gott einmal gemeinsam mit Velvet Elevator auf. 2014 kam es erstmals zur Zusammenarbeit mit dem Wiener Akustik-Duo Die Strottern.

„Die Zusammenarbeit mit den Strottern war unsere zweite Zündstufe“, erzählt Fallmann. „Da haben sich zwei Klangkörper vereint und dadurch, dass Klemens Lendle von den Strottern so ein toller Showman ist, haben wir sozusagen ein neues Projekt aus dem Boden gestampft. Wir haben da vermehrt Kompositionen gespielt, die durch Kurt Sowinetz bekannt geworden sind, aber nie live gespielt wurden.“ Diese Kollaboration können Musikfreunde bald wieder live erleben. Am 18. Juli beschließen Velvet Elevator gemeinsam mit den Strottern das diesjährige Schrammelklang-Festival in Litschau.

Bereits am 19. Juni spielt das Ensemble bei „Wunderbare Wienerinnen – Die schönste Frau der Welt“ im Wertheimpark im 19. Wiener Gemeindebezirk. Für dieses Tribut an die Schauspielerin Hedy Lamarr reist auch Caroline de Rooij aus Klagenfurt an, um Velvet Elevator gesanglich zu unterstützten.