Eastwood Haze: Erdiger Blues-Rock aus Waidhofen/Y,. Seit 2012 sind Eastwood Haze eine fixe Größe in der Band-Landschaft des Ybbstals. Das zweite Album ist nun fertig.

Von Ulrich Musa-Rois. Erstellt am 19. März 2021 (05:31)

Eastwood Haze wurden 2012 ins Leben gerufen, als die Brüder Moritz (Mojo) und Mike Schwödiauer nach dem Ende ihrer vorherigen Band ein neues gemeinsames Projekt gründen wollten. Mike wechselte von der Gitarre an den Gesang und Mojo vom Bass an die Gitarre – mit Andreas Bramauer an der zweiten Gitarre, Michael Niedl am Bass und Max Thalhammer am Schlagzeug waren auch bald die restlichen Musiker für die erste Version von Eastwood Haze gefunden.

Musikalisch orientierte sich die Gruppe vor allem an Blues-Rock und Hard-Rock. In der ersten Zeit bestimmten großteils Coverversionen das Repertoire, so zum Beispiel von den Rolling Stones, Free, Creedence Clearwater Revival, ZZ Top, Led Zeppelin und Guns N‘Roses. In den nächsten Jahren spielten Eastwood Haze viele Konzerte und integrierten mit der Zeit immer mehr die eigenen Kompositionen in ihr Programm.

„Unser Produzent hat noch ein extra Paar Ohren, das sich unsere Songs nochmal anhören kann, bevor wir mit den Aufnahmen beginnen.“ Moritz „Mojo“ Schwödiauer

In Waidhofen wurde vor allem die Scorbar, die auch Stammlokal der Bandmitglieder war, zu einem wichtigen Auftrittsort. In Zusammenarbeit mit der Stadt Waidhofen veranstaltete die Band zudem bisher drei Ausgaben ihres „Eastwood Haze Rock’n’Roll Circus“. Die Veranstaltungsreihe ist namentlich an ein ähnliches Projekt der Rolling Stones angelehnt und fand bisher einmal im Kristallsaal und zweimal im Plenkersaal statt.

2015 wurde zu einem entscheidenden Jahr für Eastwood Haze: Einerseits kam es zu einem Besetzungswechsel, da Andreas Bramauer und Michael Niedl die Band verließen. Florian Fangmayer (Gitarre) und Patrick Steinmassl (Bass), die beide auch bei der Death-Metal-Gruppe Richthammer spielen, kamen neu dazu und brachten durch ihren individuellen Stil frischen Wind in die Arrangements.

Im selben Jahr gewannen Eastwood Haze auch den SPH Bandwettbewerb. In dessen Jury saß wiederum der Tonstudiobetreiber und Produzent Jay Hundert. Die Band und er freundeten sich an und begannen bald mit den Aufnahmen zu ihrem ersten Album im Studio Hundert in Reith im Alpbachtal. An diesem feilten Eastwood Haze nun die nächsten beiden Jahre, bis es schließlich 2017 unter dem Titel „Common Dedication“ erschien.

Was den Arbeitsprozess der Band betrifft, meint Max Thalhammer: Mojo schreibt hauptsächlich die Songs. Bei der Probe wird dann gemeinsam daran herumgebastelt.“

Mojo geht noch näher auf die Arbeitsweise ein und streicht vor allem auch die Bedeutung der Zusammenarbeit mit Jay Hundert heraus: „Das Aufnehmen funktioniert so, dass wir mit Pre-Productions ins Studio kommen und unsere Songs einfach einmal spielen und aufnehmen. Unser Produzent Jay Hundert hat noch ein extra Paar Ohren, das sich unsere Songs dann nochmal anhören kann, bevor wir mit den wirklichen Aufnahmen beginnen. Im Endeffekt kommt es am Ende immer besser heraus, wenn jemand anderer auch noch mithört.“

Österreich-Konzerte und Europa-Tour

Nach der Albumveröffentlichung spielte die Band erneut viele Konzerte – in Österreich unter anderem im Viper Room in Wien, im frei:raum in St. Pölten, im Kiwi in Ybbsitz sowie im Kafetti und in der Rockbar in Amstetten.

Im September 2017 traten sie zudem eine intensive, aber schöne Europa-Tour an, die sie auf zehn Stationen durch sieben Länder führte und unter anderem eine 17-stündige Autofahrt aus der Ost-Slowakei nach Karlsruhe inkludierte. Auf dieser Tour merkte die Band aber auch, dass ihre Musik bei einem internationalen Publikum sehr gut ankommt, und möchte nun auch in Zukunft verstärkt in diese Richtung arbeiten.

Sich ausschließlich auf die österreichische Musiklandschaft zu fokussieren, wäre in ihrem Fall nicht sehr zielführend, wie Mike Schwödiauer erklärt: „Der österreichische Markt geht einfach grundsätzlich in eine ganz andere Richtung. Alles, was momentan so geht, ist einfach deutschsprachig und komplett etwas anderes als das, was wir machen.“

Nach der Tour begann die Band, an ihrem nächsten Album zu arbeiten, das erneut in Zusammenarbeit mit Jay Hundert entstand. Mike Schwödiauer geht auf den Unterschied in der Entstehungsweise zum ersten Album ein: „Unser erstes Album ist eine Mischung aus sehr alten und aktuelleren Sachen. Es ist eine Auswahl der besten Songs, die wir im Laufe von drei, vier Jahren geschrieben haben, drauf. Das neue Album, das noch nicht heraußen ist, haben wir in viel kürzerer Zeit geschrieben.“

Auch Florian Fangmayer macht eine Weiterentwicklung der Band aus: „Man merkt einfach, wenn man an einem Album drei, vier Jahre lang arbeitet, entwickelt man sich in diesem Zeitraum ja auch persönlich weiter, und genauso verändert sich die Musik, die man macht oder hört. Man hört ja auch nicht drei, vier Jahre lang dieselben zwei Alben.“

Das zweite Album von Eastwood Haze ist nun schon seit einigen Monaten fertiggestellt und soll den Titel „Love Is A Thief“ tragen, die Band befindet sich aber derzeit noch auf der Suche nach einem geeigneten Label, um es zu veröffentlichen. Außerdem soll es anlässlich der Albumveröffentlichung auch wieder eine internationale Tour geben. Wann das wieder möglich sein wird, ist momentan noch etwas schwer abschätzbar.

Ein Song, der auf der neuen Platte zu finden sein wird, wurde zusammen mit einem dazugehörigen Video bereits vorab veröffentlicht. „Back Home“ ist auf YouTube und bei diversen Streaming-Anbietern zu finden und bietet einen ersten Eindruck davon, was man von dem neuen Eastwood-Haze-Album erwarten darf.