NEPS: Großer Sound mit wenig Mitteln. Die junge Waidhofner/Weyrer Band NEPS hat sich dem Indie- und Alternative-Rock verschrieben.

Von Ulrich Musa-Rois. Erstellt am 02. April 2021 (05:32)

Matthias Bramauer aus Waidhofen und Franz Hopfgartner aus Weyer verband bereits eine lange (musikalische) Freundschaft, als sie im Frühjahr 2018 an einer Jam-Session im Bertholdsaal in Weyer teilnahmen und dort Stefan Dammerer kennenlernten. Unter dem Namen NEPS beschloss man, fortan gemeinsam Musik zu machen. Bramauer spielt Gitarre und singt, Hopfgartner zupft den Bass und singt ebenfalls, Dammerer sitzt am Schlagzeug.

„Franz und ich machen sicher schon seit fünf Jahren miteinander Musik“, erzählt Bramauer. „Wir haben da viele verschiedene Sachen ausprobiert, die Band gibt es jetzt seit ca. zwei Jahren. Bei der Jam-Session im Bertholdsaal haben wir Stefan kennengelernt und gemerkt, das harmoniert eigentlich sehr gut miteinander. Stefan war davor in einer anderen Band, zu dem Zeitpunkt aber nicht mehr, und Franz und ich waren auf der Suche nach einem Schlagzeuger, also hat sich das eigentlich alles sehr gut ergeben.“

„Ich habe das gern, wenn Bands versuchen, aus wenig Ressourcen so viel wie möglich zu schaffen.“ Matthias Bramauer

Da alle drei zu dieser Zeit bereits in Wien wohnten, begaben sie sich also dort auf die Suche nach einem Proberaum und wurden auch bald fündig. Die drei begannen zu proben und an eigenen Songs zu arbeiten.

Als Eckpfeiler für den Sound der Band nennt Bramauer Alternative-Rock, Indie-, Garage-Rock und teilweise Noise-Rock. Als Grundlage für die eigene Herangehensweise an das Songwriting und die Entwicklung des Bandsounds diente auch der Vorsatz, mit möglichst wenigen Mitteln einen Sound zu schaffen, der dennoch voll und interessant wirkt.

„Ich habe das gern, wenn Bands versuchen, aus wenig Ressourcen so viel wie möglich zu schaffen, so wie zum Beispiel die White Stripes, die nur zu zweit waren und aus den minimalen Mitteln trotzdem total viel rausgeholt haben. Solche Bands sind immer eine Inspiration für mich: Bands, die es schaffen, aus so wenig etwas rauszuholen, das trotzdem nach viel klingt und interessant ist“, erklärt der Gitarrist und Sänger.

Die Songs der Gruppe entstehen auf unterschiedliche Weise: Teilweise bringt ein Bandmitglied mehr oder weniger fertige Songs, die dann gemeinsam noch weiter arrangiert werden, vieles entsteht aber auch von vorneherein gemeinsam. Da Matthias Bramauer und Franz Hopfgartner auch gemeinsam wohnen, ist es oft der Fall, dass sie schon zu zweit Ideen entwickeln, bevor diese dann zu dritt ausgearbeitet werden.

„Es ist trotzdem meistens so, dass die Lieder von uns, die uns am besten gefallen, zum Großteil gemeinsam entstanden sind, weil dann auch von jedem Input da ist“, meint Bramauer. Wie bereits erwähnt, ist es der Band ein Anliegen, die Instrumentierung relativ minimalistisch zu halten, vor allem auch um das Ganze live ohne zusätzliche Hilfe umsetzen zu können. Im Studio beziehungsweise im Proberaum kommen aber teilweise auch Tasteninstrumente zum Einsatz.

Wie die Band diese Ideen für die Live-Situation umsetzt, erklärt Bramauer wie folgt: „Nachdem ich eigentlich schon viel länger Klavier spiele als Gitarre, kommt bei Aufnahmen doch auch immer wieder ein Midi-Keyboard zum Einsatz, aber live haben wir bisher immer geschaut, dass wir alles zu dritt machen können. Es ist natürlich manchmal auch schwierig, wenn man zum Beispiel nur eine Gitarre zur Verfügung hat, aber sich eigentlich eine zweite vorstellt, aber man arrangiert das dann halt ein wenig um. Vielleicht klingt es dann nicht genauso wie auf der Aufnahme, aber es hat bisher eigentlich immer gut funktioniert. Ich spiel mich da auch viel mit Gitarreneffekten, zum Beispiel einem Octaver-Pedal, die das Ganze dann etwas fetter klingen lassen.“

Erste EP für heuer geplant

Ihren ersten Auftritt absolvierte die Band im Dezember 2018 im Café Carina in Wien. 2019 gab es dann einige Konzerte, unter anderem im Kramladen in Wien, im Kulturraum Freigeist („Schlosserei“) und im Bertholdsaal in Weyer sowie im Keller des Rothschildschlosses in Waidhofen. Für 2020 waren zudem noch weitere Konzerte geplant, unter anderem in Graz, diese mussten jedoch aufgrund der Covid-Pandemie vorerst abgesagt beziehungsweise verschoben werden. Die Musiker vermissen Live-Auftritte mittlerweile auch schon sehr und freuen sich darauf, ihre Musik wieder vor Publikum spielen zu können, sobald die Situation dies erlaubt.

Derzeit planen NEPS die Aufnahmesessions für eine EP, die vier bis fünf Lieder der Gruppe versammeln soll – die Arbeit daran wird voraussichtlich im Sommer beginnen. Des Weiteren ist die Band auch schon im Gespräch mit einem Wiener Label über eine eventuelle Veröffentlichung später im Jahr. Bis dahin kann man sich auf den Soundcloud- und Bandcamp-Seiten anhand einiger Demo-Aufnahmen und Eigenproduktionen einen Eindruck von der Musik von NEPS verschaffen.