Palm Beach Drive: Außer Rand und Band. Seit fast acht Jahren sorgt die Formation Palm Beach Drive mit ihren Arrangements bekannter Film- und Serienmusik für ausgelassene Stimmung bei Konzerten.

Von Ulrich Musa-Rois. Erstellt am 15. Mai 2021 (05:22)
Sechs Herren in feinem Zwirn: Palm Beach Drive in der aktuellen Besetzung mit Robert Ebner, Martin Kirschbichler, Mario Leitner, Daniel Schiefer, Lukas Salzer und Mario Plank (von links).
Palm Beach Drive, Palm Beach Drive

Schon lange vor der Gründung von Palm Beach Drive entdeckte Gründungsmitglied, Gitarrist und Sänger Daniel Schiefer seine Liebe zu Film- und Serienmusik. „Ich hab immer schon Filmmusik sehr gerne gemocht und hab mich auch schon immer gefragt, weshalb es keine Bands gibt, die Filmmusik machen.“

Schiefer spielte also schon seit längerer Zeit mit dem Gedanken, ein Projekt in diese Richtung zu starten, und auch einen Namen hatte er bereits in petto: „Der Name kommt aus dem Bud-Spencer-Film ,Zwei außer Rand und Band‘. Da gibt es eine Szene, wo sich Bud Spencer und Terrence Hill an der Adresse 2060 Palm Beach Drive verabreden. Daher kommt der Name.“

„Ich hab mich schon immer gefragt, weshalb es keine Bands gibt, die Filmmusik machen.“ Daniel Schiefer

Die Geburtsstunde von Palm Beach Drive kam dann schließlich, als Daniel Schiefer Marcin Kolodziejczyk von seiner Idee erzählte, eine Band zu gründen, die sich auf Cover-Versionen von Film- und Serienmusik spezialisieren sollte. Dieser war sofort Feuer und Flamme und so fand sich die ursprüngliche Besetzung von Palm Beach Drive bald zusammen und begann, in Waidhofen zu proben. Neben Schiefer und Kolodziejczyk gehörten noch Mario Plank, Martin Kirschbichler, Andre Krenn und Alexander Christian Aigner zum Line-up. Geprobt wurde anfangs im Proberaum der RockaRollics am Waidhofner Bahnhof, was praktisch war, da sich Palm Beach Drive neben dem Proberaum auch ihren Bassisten Alexander Christian Aigner mit den RockaRollics teilten.

Das Repertoire der neuen Band bestand zuerst hauptsächlich aus Liedern und Kompositionen, die man aus Bud-Spencer- und Terrence-Hill-Filmen kennt, wie beispielsweise Werke der Filmkomponisten Ennio Morricone und Franco Micalizzi oder der Band Oliver Onions. Bald wurden aber zusätzlich andere aus Film und Fernsehen bekannte Songs und Titelmelodien mit ins Programm genommen, so etwa die Titelmelodien von „MacGyver“ und „Knight Rider“.

Ihr erstes Konzert begingen Palm Beach Drive im September 2013 auf einer Privatfeier. Im Februar 2014 gab es dann bereits einen richtigen Konzertmarathon: Palm Beach Drive spielten an drei aufeinanderfolgenden Tagen bei der Faschingssitzung in der Markthalle Aschbach. Im Mai 2014 fand dann der erste Auftritt in Waidhofen, organisiert vom Kulturverein Förderband, statt.

Neben Palm Beach Drive spielten alle drei Bands, aus deren Mitgliedern sich die neue Formation zusammensetzte: Sankt Heinrich, Deaf by Unicorn und The RockaRollics. Dieses Line-up sorgte für einen ausverkauften Abend im Rittersaal.

Gefragte Live-Band auf Hochzeiten und Festivals

In den nächsten Jahren entwickelten sich Palm Beach Drive zu einer gefragten Live-Band, die auch bald begann, neben Club- und Festivalauftritten auf zahlreichen Hochzeiten und vereinzelt auch auf Zeltfesten zu spielen. Eine klassische Hochzeits- oder Unterhaltungsband wollten Palm Beach Drive jedoch nie sein.

Die Vielseitigkeit der Band sorgte dafür, dass Konzerte von Palm Beach Drive in sehr unterschiedlichen Kontexten funktionieren konnten. So spielte man zusammen mit Wanda ebenso wie mit Voodoo Jürgens oder Skolka und Millions of Dreads. Die Konzerte von Palm Beach Drive blieben auch nicht ganz von Unglücken verschont: So kam es bei einem stark verregneten Auftritt in Amstetten zu drei Stromausfällen, zwei Auftritte in Wien wurden aufgrund von Ruhestörung von der Polizei beendet und in Waidhofen zogen aufgrund einer defekten Nebelmaschine ausgelöste Rauchmelder im Rittersaal einen Feuerwehreinsatz nach sich.

Neues Genre kam mit Besetzungswechsel

In den letzten Jahren kam es zu einigen Besetzungswechseln, was neue Stücke ins Repertoire brachte. So schlug der neue Schlagzeuger Lukas Salzer John Williams’ „Cantina Theme“ aus „Star Wars“ vor, was für die Gruppe mittlerweile zu einer beliebten Nummer geworden ist. Neben Salzer kamen noch Mario Leitner an Gesang und Gitarre sowie Robert Ebner am Bass neu dazu.

Vor Kurzem schloss sich für Schiefer ein Kreis in seiner Begeisterung für Filmmusik, als er gemeinsam mit Akkordeonist Martin Kirschbichler einige Stücke zum Soundtrack des Films „Halbmännerwelten“ von Karl Leopold Furtlehner beisteuern durfte. Vielleicht wird ja auch das eine oder andere dieser Stücke von Palm Beach Drive aufgegriffen und Schiefer kann somit seine eigene Filmmusik covern.