Richthammer: Dunkle Metalklänge aus dem Ybbstal. Von Waidhofen an der Ybbs ausgehend konnte die Death-Metal-Band Richthammer in den letzten Jahren Erfolge in der österreichischen und internationalen Metal-Szene feiern.

Von Ulrich Musa-Rois. Erstellt am 26. März 2021 (05:36)

WAIDHOFENDie Ursprünge der Band Richthammer gehen auf die Freundschaft zwischen Florian „FloHo“ Fangmeyer und Thomas „Hombo“ Kohlnberger zurück, die beide aus Waidhofen stammen und sich auch daher kannten. Um das Jahr 2006 herum fingen die beiden an, zusammen Musik zu machen. Nachdem sich ihre erste gemeinsame Band aufgelöst hatte, blieben die beiden übrig und gründeten 2009 gemeinsam mit Patrick „Stone“ Steinmassl, Michael Schneckenleitner und Florian Krondorfer Richthammer.

„Wir haben uns nie gedacht, dass wir wie eine bestimmte Band klingen wollen. Wir haben immer nur gespielt, so laut wie es geht und so schnell wie möglich.“Florian Fangmeyer

Die musikalischen Vorlieben der Bandmitglieder ließen sich auch damals bereits im Graubereich zwischen Death und Black Metal verorten. Wichtige Bands für sie waren etwa Dimmu Borgir, Satyricon, Emperor und Behemoth. Was den eigenen Sound betrifft, wollte sich die Gruppe aber nie an anderen Bands oder Genregrenzen orientieren, vielmehr ließen sie ihrer Musik die Zeit, sich organisch zu entwickeln.

„Es war uns nur klar, dass wir Metal machen wollten, aber nicht, in welche Richtung es genau gehen sollte. Metal ist ja auch riesengroß, da gibt es so viele Subgenres. Wir haben uns nie gedacht, dass wir wie eine bestimmte Band klingen wollen. Wir haben immer nur gespielt, so laut wie es geht und so schnell wie möglich. Und das war dann unser Metal“, erinnert sich Florian Fangmeyer.

Richthammer nennen ihren Stil Death Black Metal, da er atmosphärische Elemente des Black Metal mit den eher schnellen Tempi und der technisch ausgefeilten Herangehensweise des Death Metal verbindet.
Deutsche Texte für direkteren Ausdruck

Die Band entschloss sich, von Anfang an ihre Texte auf Deutsch zu verfassen, da dies für sie einen direkteren Ausdruck ermöglichte – dass einmal ein Song mit englischem Text entsteht, hält man aber nicht für ausgeschlossen.

„Am Anfang wird auch einfach mal viel gejammt“

Die Lieder entwickeln sich zum Großteil aus der Gruppenarbeit: Einzelne Mitglieder bringen zum Beispiel ein Gitarrenriff, worauf dann gemeinsam aufgebaut wird. „Am Anfang wird auch einfach mal viel gejammt“, wie Bassist Patrick Steinmassl meint.

So werden die grundlegenden Ideen ausgefeilt und für die Gruppe arrangiert. Die Band erzählt auch, dass diese Herangehensweise bei ihrer Art von Musik zielführend sei, da das Songwriting im Metal mehr mit einer kompositorischen Vorgangsweise zu tun hat, wie man sie beispielsweise auch in Klassischer Musik findet.

In den nächsten Jahren gab es einige Besetzungswechsel. Michael Schneckenleitner und Florian Krondorfer verließen die Gruppe, Manuel Schumach stieß als zweiter Gitarrist dazu und in dieser Besetzung begannen Richthammer die Arbeit an ihrem ersten Album „Ascheland“.

Zu diesem Zweck nahm die Gruppe die Dienste von Jay Hundert als Produzent in Anspruch und begab sich für die Aufnahmen auch in dessen Studio in Reith im Alpbachtal. Das Album versammelt sowohl ältere Songs als auch solche, die spezifisch dafür geschrieben wurden.

Während der Arbeit an dem Album kristallisierte sich auch ein Konzept heraus, das die einzelnen Songs verbinden sollte. In den zehn Tracks beschreiben Richthammer ihre Vision des Weltuntergangs, der in diesem Fall eben von der titelgebenden Idee des Aschelandes symbolisiert wird.

Zwei eigene Metal-Abende im Rothschildschloss

Ältere Lieder, die bereits entstanden sind, bevor die Idee für das Album da war, wurden teils umgeschrieben, um sie in das Konzept zu integrieren. „Ascheland“ erschien im Frühjahr 2018 und ist direkt über die Band, den Online-Shop von Studio Hundert, bandcamp sowie diverse Streaming-Anbieter erhältlich.

Zu den Songs „Fleischlicher Widerstand“ und „Vorbote“ wurden Musikvideos gedreht, die auf YouTube zu finden sind. Außerdem gibt es auch ein Lyric-Video zum Titeltrack des Albums. Nach der Albumveröffentlichung gab es noch einen Besetzungswechsel, da Manuel Schumach ausstieg und Noctar, der zuvor bei der Band Warcult spielte, die zweite Gitarre übernahm.

Von Sommer 2018 bis Ende 2019 spielten Richthammer unzählige Live-Shows, unter anderem beim Metal Days Festival in Slowenien, dem Kaltenbach Open Air (Österreichs größtes Death-Metal-Open-Air-Festival), dem Sick Midsummer Festival am Bäckerberg in der Nähe von Scharnstein, dem STP Metal Weekend im freiraum St. Pölten, auf der „Metalheads Against Racism“-Bühne der SJ am Donauinselfest und als Vorgruppe von Noctem im Rockhaus Salzburg.

Die Band veranstaltete bisher auch zweimal unter dem Titel Black Creek Festival ihren eigenen Metal-Abend im Keller des Rothschildschlosses in Waidhofen. Im letzten Jahr konnten aufgrund der Covid-Pandemie keine Auftritte gespielt werden, Richthammer arbeiten aber bereits an ihrem zweiten Album, das auch wieder ein Konzeptalbum werden soll. Im Moment läuft die Arbeit daran etwas langsamer, da Treffen im Proberaum durch die Pandemie erschwert werden. Man darf aber gespannt sein, was Richthammer kredenzen werden.