„Sahara Bliss“: Nostalgie-Rock aus Waidhofen/Ybbs. Die junge Indie-Formation „Sahara Bliss“ arbeitet derzeit am Nachfolgewerk zur ersten EP.

Von Ulrich Musa-Rois. Erstellt am 16. April 2021 (06:02)
„Sahara Bliss“ in ihrer aktuellen Besetzung, von links: Nikolaus Bürger, Stefan Buder und Florian Gamarra. Foto: Tata Asatiani-Aigner
Tata Asatiani-Aigner

Seit rund vier Jahren gibt es die junge Waidhofner Indie-/Alternative-Formation Sahara Bliss nun bereits. Sänger und Gitarrist Stefan Buder war davor zusammen mit Matthias Bramauer, der heute bei NEPS – über die vor zwei Wochen hier berichtet wurde – spielt, in der Band Skeaters aktiv. Nach dem Ende dieses Projekts wollte er weiterhin Musik machen und begab sich auf die Suche nach Gleichgesinnten. Bald entstand die Idee, gemeinsam mit Florian Gamarra, den er aus der Schule kannte, musikalische Ideen auszutauschen.

„Ich hab’ nach Skeaters etwas Neues gesucht, weil ich eben gern Musik mache, und Flo kennt sich sehr gut mit Ableton und generell mit Musikproduktion aus“, sagt Buder. „Wir haben uns also gedacht, setzen wir uns mal zusammen und machen ein paar Lieder – und das hat eben ziemlich gut funktioniert, da sind ein paar coole Sachen entstanden. Wir haben also eine Soundcloud-Seite gemacht und dann waren mal nur wir zwei ,Sahara Bliss‘.“

„Ich würde sagen, unsere Musikrichtung könnte man am ehesten als Nostalgie-Rock beschreiben. Die Sachen, die ich schreibe, sind meistens eher etwas düsterer, rockig, aber nicht zu hart und nicht zu weich.“ Gitarrist Stefan Buder

So entstanden also Anfang 2017 die ersten Lieder von Sahara Bliss im Duo-Format. Als gegen Ende desselben Jahres die ersten Live-Auftritte in Planung waren, entschlossen sich die beiden Musiker, einen Schlagzeuger mit an Bord zu holen. Mit Nikolaus Bürger, den sie ebenfalls aus ihrer Schulzeit in Waidhofen kannten, fand sich auch bald ein passender Kandidat, der das jetzige Trio vervollständigte. Der erste Auftritt der Band fand am 13. Oktober 2017 im Rahmen der Acoustic Session Waidhofen im Weißen Rössl statt. Im Laufe der nächsten beiden Jahre schrieben Sahara Bliss fleißig Songs und spielten einige weitere Auftritte, so zum Beispiel zweimal beim Waidhofner Stadtlauf oder auch gemeinsam mit NEPS, Gonic Youth und einigen anderen Acts bei einer Benefiz-Veranstaltung für den beim Paragleiten verunglückten Lukas Bair, die am 18. September 2019 im KulturKeller „ums Eck 2.0“ in Waidhofen stattfand (die NÖN berichtete).

Im letzten Jahr gab es aufgrund der Covid-Pandemie bis auf einen Open-Air-Auftritt bei einer kleinen Gartenparty im Sommer 2020 keine Auftritte von Sahara Bliss. Ein geplanter Solo-Auftritt von Stefan Buder im Vorprogramm von NEPS musste auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Auch das gemeinsame Proben und Aufnehmen gestaltet sich für die Band derzeit nicht sonderlich leicht, da Nikolaus Bürger nun in Graz lebt, während Stefan Buder und Florian Gamarra in Wien wohnen. Nichtsdestotrotz arbeiten die drei Musiker kontinuierlich an neuen Songs und veröffentlichen diese auf Soundcloud. Buder übernimmt dabei einen Großteil des Songwriting, ausgearbeitet und arrangiert werden die Ideen dann aber gemeinsam. „Momentan, wo wir doch so weit auseinander sind, ist das auch ganz praktisch, dass Nikolaus ein elektronisches Schlagzeug hat. Flo und ich nehmen die Lieder meistens gemeinsam in Wien auf. Wir setzen uns ein paar Stunden z’sam, nehmen ein Lied auf und meistens haben wir bisher das Schlagzeug dann elektronisch gemacht. Jetzt sollen aber auch neue Sachen entstehen, wo Nikolaus dann dazu Schlagzeug aufnimmt“, beschreibt Buder den Aufnahmeprozess der Band. Die erste EP der Band trägt den Titel „No Cure“ und wurde bereits im Gründungsjahr 2017 veröffentlicht. Derzeit arbeiten Sahara Bliss an dem Nachfolgewerk. Auf die Frage nach den musikalischen Wurzeln der Band meint Buder, dass für ihn und Gamarra vor allem Psychedelic Rock, zum Beispiel Pink Floyd, einen großen Einfluss hatte. Auch Nirvana und the Wytches seien für beide in ihrer musikalischen Sozialisation sehr wichtig gewesen. Nikolaus Bürger wiederum ist neben seiner Tätigkeit als Schlagzeuger auch als DJ und Produzent elektronischer Musik aktiv, vor allem im Drum’n’Bass-Bereich. Abschließend meint Stefen Buder: „Ich würde sagen, unsere Musikrichtung könnte man am ehesten als Nostalgie-Rock beschreiben. Die Sachen, die ich schreibe, sind meistens eher etwas düsterer, rockig, aber nicht zu hart und nicht zu weich. Ich denke, darin liegt auch unser Wiedererkennungswert.“