Waidhofen: Anfänge im Stall und Rückkehr. Jumping Jesus waren bis Mitte der Nullerjahre mit eigenständigen Alternative- und Hard-Rock-Songs aktiv.

Von Ulrich Musa-Rois. Erstellt am 20. Juni 2021 (10:11)
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Jumping Jesus sind Christian Mihelic, Christian Stockinger, Christian Walcher und Walter Schmidt (von links). Seit zwei Jahren ist die Band wider aktiv und widmet sich nun gänzlich eigenen Songs.
Jumping Jesus, Jumping Jesus

Die Anfänge von Jumping Jesus gehen auf März 1997 zurück, als der Schlagzeuger Christian Stockinger und der Gitarrist Walter Schmidt beschlossen, ein gemeinsames Musikprojekt zu gründen. Stockinger half zudem manchmal bei der Böhlerwerker Blasmusik aus, wo er den Bassisten Christian Walcher kennenlernte und ihn einlud, bei der neuen Band mitzumachen.

Auf einer Schulveranstaltung der HBLA Weyer hörte Stockinger dann Manuela Weber singen, die umgehend für das neue Projekt rekrutiert wurde. In der Silvesternacht 1997/1998 kamen Walcher und Stockinger beim Fortgehen in Weyer schließlich mit Christian Mihelic ins Gespräch, der damals noch bei der Band Unable spielte, aber gerade im Begriff war, sich neu zu orientieren. Damit war das Line-up der neuen Band komplett und die Suche nach einem Proberaum begann, was sich jedoch als schwieriger als gedacht herausstellen sollte.

Bandproben im Stall

„Alles, was wir damals gefunden haben, war leider sehr teuer und wir waren jung und hatten nicht viel Geld“, erinnert sich Mihelic. „Wir haben dann also begonnen, in einem Stall ohne Heizung in Böhlerwerk zu proben. Wir haben im Frühjahr dort zu proben begonnen und es war irrsinnig kalt! Ich kann mich noch erinnern, dass ich beim Gitarrespielen meine Winterjacke anhatte.“ Die junge Band ließ sich von diesen Umständen jedoch nicht abschrecken und begann an einem Programm zu arbeiten.

Kurioser Bandname

Der markante Bandname war von einem Vorfall mit einem Kruzifix inspiriert, wie Christian Mihelic erzählt: „Walter Schmidt hatte ein Kruzifix bei sich daheim, und einmal ist die Tür zugefallen oder wurde energisch geschlossen und da kippte der Jesus auf dem Kruzifix nach vorne. Walter meinte dann, das sei der Jumping Jesus. So ist der Bandname entstanden.“

Zu Beginn spielten Jumping Jesus einige Cover-Songs, unter anderem von Black Sabbath, Skunk Anansie, Marilyn Manson und den Red Hot Chili Peppers. Da es in der Band aber auch viel kreatives Potenzial gab, beschlossen sie eigene Nummern zu schreiben. „Es waren einfach lauter kreative Köpfe dabei. Deshalb haben wir uns dann irgendwann gedacht, wir sollten eigentlich eigene Sachen spielen. Wenn so viel Potenzial vorhanden ist, wäre es ja schade, wenn man das nicht tut. So haben wir dann angefangen, parallel zu den Cover-Songs auch an eigenen Nummern zu arbeiten“, erzählt Mihelic.

Erste Auftritte in Weyer

Ihren ersten Auftritt spielten Jumping Jesus 1998 im Bertholdsaal in Weyer, den zweiten beim Marktfest des Lions-Clubs 1998, ebenfalls in Weyer. Im Laufe der nächsten Jahre absolvierte die Gruppe viele Auftritte in der Region – legendäre Konzerte gab es unter anderem bei den Schulschluss-Open-Airs in Waidhofen und bei Ulrike Wimmer im Gasthaus Kropf (Penthouse). Manuela Weber und Christian Walcher stellten zudem fest, dass ihre Zuneigung füreinander über das gemeinsame Musizieren hinausging, wurden ein Paar und gründeten schließlich gemeinsam eine Familie.

Irgendwann entwickelten sich dann aber die musikalischen Interessen der einzelnen Bandmitglieder auseinander und sie beschlossen, das Projekt ruhen zu lassen. Der letzte Auftritt fand am 11. September 2004 beim Badfest in Waidhofen statt. Stockinger und Mihelic gründeten daraufhin die Saint Pepper Cadillac Blues Band, während Schmidt und Walcher die Gruppe Bad Ass Inc. ins Leben riefen.

Band seit zwei Jahren wieder aktiv

So ganz ruhig sollte es um Jumping Jesus jedoch nicht werden: Im Laufe der Jahre gab es immer wieder Gespräche darüber, das Projekt wiederzubeleben, da sich alle Beteiligten des großen Potenzials dieser Band bewusst waren. 2019 fand man schließlich den perfekten Probenraum in Gaflenz und der finale Anstoß für die Auferstehung von Jumping Jesus war gegeben: Man begann wieder gemeinsam zu proben – diesmal allerdings ohne Manuela Walcher (vormals Weber), dafür mit Thomas Hofer als Bandtechniker.

In ihrer aktuellen Inkarnation beschlossen Jumping Jesus, keine Cover-Songs mehr zu spielen, sondern sich gänzlich dem eigenen Werk zu widmen. Auch über Pläne für Aufnahmesessions für eine CD wurde bereits gesprochen. Dieses Vorhaben wie auch die geplante Rückkehr der Band auf die Bühnen der Region unterbrach jedoch die Covid-Pandemie. In den letzten Wochen konnten die Musiker sich nun aber wieder zu Proben treffen und vielleicht kann man Jumping Jesus schon bald wieder live erleben.