Ybbstal: "Octopus" machen Party durch die Jahrzehnte . Von Mitte der Achtziger bis Mitte der Nullerjahre war Octopus eine der beliebtesten Unterhaltungsbands der Region. 2016 wurde die Gruppe neu reformiert.

Von Ulrich Musa-Rois. Erstellt am 11. Juni 2021 (15:29)
Octopus in der aktuellen Besetzung: Kurt Peter Schmid, Kurt Huber, Andrea Trawetzky, Christian Sandhofer, Christian Sitz, Menti Luger und Georg Edlinger (von links).
MaFPics.at, MaFPics.at

Die Anfänge der Band Octopus reichen zurück in die Jahre 1983/1984, als sich Kurt Huber dazu entschloss, sein damaliges Bandprojekt umzustrukturieren und umzubenennen. Aus den ehemaligen Mitgliedern einiger anderer Bands aus dem Raum Waidhofen und Amstetten fand sich bald eine Gruppe zusammen, die begann, gemeinsam in Kematen zu proben und sich auf die Suche nach einem Namen machte.

Huber erinnert sich daran, wie sie schließlich auf den Namen „Octopus“ kamen: „Wir hatten im Proberaum Comic-Hefte herumliegen und wir haben nach einem Namen gesucht, der sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch funktioniert. Wir haben also auch die Comics durchgeschaut und sind dann auf die Figur Dr. Octopus gestoßen und haben uns gedacht, das ‚Doktor‘ passt vielleicht nicht ganz, aber ‚Octopus‘ schon. So sind wir auf den Namen gekommen.“

„Es ist immer wie ein Klassentreffen, wenn dann die ganzen Fans von damals, die sich noch an uns erinnern können, auftauchen, das ist immer sehr lustig. Das genießen wir momentan sehr.“ Kurt Huber

Etwa 1985 begann die neu zusammengesetzte Band bereits bei einigen Bandwettbewerben mitzumachen. Da sie dort mit ihrem aus Cover-Versionen bestehenden Programm recht erfolgreich waren und ihnen zudem das Arrangieren und Spielen von bekannten Liedern großen Spaß bereitete, beschlossen die Musiker, sich gänzlich auf diese Herangehensweise zu fokussieren.

Auf Hochzeiten und Bällen hoch aktiv

In den nächsten Jahren wurden Octopus zu einer gefragten und erfolgreichen Unterhaltungsband, die in ganz Österreich, aber vor allem in Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, der Steiermark und Wien aktiv war. Die Gruppe spielte auf vielen verschiedenen Veranstaltungen, von Hochzeiten und Tanzveranstaltungen bis hin zu Bällen. Vor allem Zeltfeste und eben Bälle stellten einen Großteil der Engagements der Band dar. Ein wichtiger Faktor für den Erfolg von Octopus war wohl auch die Aktualität ihres Programms. Huber erinnert sich an den Prozess, wie neue Lieder für die Gruppe ausgewählt wurden: „Wir haben uns damals das Ziel gesetzt, dass die vordersten Plätze der Hitparade immer in unserem Programm enthalten sein mussten. In unserem Ballprogramm haben wir aber auch echte Tanzmusik gespielt, also nicht nur moderne Stücke, sondern wirkliche Tanzmusik und auch klassische Walzer, also wirklich ein klassisches Ballprogramm. Wir haben also damals schon versucht, von der Auswahl des Repertoires her recht anspruchsvoll zu sein.“

Band nahm jede Woche neue Lieder in ihr Programm auf

Dieser Anspruch an die Aktualität ging so weit, dass die Band wöchentlich neue Stücke in ihr Programm aufnahm. Nach einem absolvierten Auftritt wurde die Hitparade durchforstet und beschlossen, welche Stücke für nächste Woche erlernt werden sollten. Die Musiker bekamen Texte und Noten zugeschickt und studierten ihre Parts jeder für sich ein. Vor dem nächsten Auftritt wurden die neuen Stücke dann ausprobiert und direkt in die Setlist aufgenommen. Genregrenzen gab es dabei für Octopus keine – lediglich klassische Schlagerlieder waren bei ihren Auftritten eher selten zu hören.

Um stets aktuell bleiben zu können, entwickelte die Band eine Vorgehensweise, die es ihr erlaubte, möglichst rasch neue Lieder für sich zu arrangieren. Huber erzählt: „Jeder für sich hat sich seinen Part rausgehört. Das Ziel war dabei immer, möglichst nahe am Original zu sein. Es gab dann einen musikalischen Leiter, unseren Gitarristen Christian Sitz, der dann das Arrangement feingeschliffen hat, und dann haben wir das gespielt.“

Im Laufe der Jahre und Jahrzehnte gab es einige Besetzungswechsel bei Octopus, die Band an sich blieb bis 2004 aktiv. Danach kam es aufgrund von Umzügen und Familiengründungen erneut zu einigen Umbrüchen und die Musiker beschlossen schließlich, das Projekt ruhen zu lassen. Anlässlich seines 50. Geburtstags 2015 schenkten seine ehemaligen Bandkollegen Kurt Huber einen spontanen Octopus-Auftritt in der Festhalle Kematen, die aufgrund der vielen Konzerte, die sie im Laufe der Jahrzehnte dort gegeben hatten, wie ein zweites Zuhause für die Musiker geworden war. „Wir haben da ein paar Songs gespielt und wenn man das so lange gemacht hat, ist das sofort wieder da. Das hat uns dann so viel Spaß gemacht, dass wir gesagt haben, wir gründen Octopus noch einmal neu und spielen, was uns Spaß macht.“

So kam es also zu einem zweiten Frühling der Gruppe mit einigen neuen Mitgliedern. Der erste offizielle Auftritt der reformierten Band fand im September 2016 bei einer Benefizveranstaltung für den Sozialfonds Kematen im Zentrum kem.A[r]T statt und war auch sofort ausverkauft. Die Musiker entschlossen sich jedoch, keine neuen Stücke mehr ins Programm aufzunehmen und nur mehr die Nummern aus dem alten Programm zu spielen, die ihnen nach wie vor Spaß machten. Auch von der Frequenz der Auftritte her wollten sie nicht an alte Zeiten anschließen, sondern nahmen sich vor, lediglich ein paar Konzerte im Jahr zu spielen.

„Es ist immer wie ein Klassentreffen, wenn dann die ganzen Fans von damals, die sich noch an uns erinnern können, auftauchen, das ist immer sehr lustig. Das genießen wir momentan sehr“, meint Huber. Für den 28. August 2021 wäre auch ein Auftritt bei einem Fest in Kematen geplant gewesen, das allerdings noch einmal aufgrund der Covid-Pandemie auf Sommer 2022 verschoben werden musste. Spätestens dann sollten geneigte Zuhörerinnen und Zuhörer Octopus allerdings wieder live erleben können.