Sonntagberg

Erstellt am 09. Mai 2018, 04:00

von Andreas Kössl

Nordfassade wird renoviert. Kuratorium gibt 370.000 Euro für das Jahr 2018 frei. Auch Innenarbeiten starten.

Die Generalsanierung der Basilika Sonntagberg schreitet voran. Gestartet wurde das in Niederösterreich derzeit wohl größte Bauprojekt der katholischen Kirche im Jahr 2015 mit der Erneuerung des Dachs sowie der Renovierung der Votivgaben und Kunstschätze der Schatzkammer, welche der Öffentlichkeit bereits 2016 wieder zugänglich gemacht wurden. Im selben Jahr wurde die Westfassade saniert, im vergangenen Jahr folgten die Süd- und die Ostfassade.

Am Mittwoch der Vorwoche trat das Kuratorium, welches das Sanierungsprojekt begleitet, unter dem Vorsitz von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Diözesanbischof Klaus Küng zu seiner alljährlichen Sitzung am Sonntagberg zusammen, um die nächsten Restaurierungsschritte für die Basilika festzulegen.

So soll heuer die Nordfassade der barocken Wallfahrtskirche saniert werden. „Der Außenbereich der Basilika wird heuer fertig werden“, sagte der Seitenstettner Abt Petrus Pilsinger, zu dessen Benediktinerstift der Sonntagberg gehört. Er geht davon aus, dass die neue Fassade dann trotz der exponierten Lage der Kirche auf 704 Metern Seehöhe einige Jahrzehnte halten wird.

Parallel zur Nordfassade sollen

2018 auch die Vorbereitungsarbeiten im Inneren der Kirche starten, schließlich sollen auch die Heiligenstatuen, Fresken, Gemälde, Altäre und Kunstschätze der Kirche sowie der Türkenbrunnen renoviert werden. 370.000 Euro wurden für 2018 budgetiert. Die Hauptlast der Finanzierung trägt das Stift Seitenstetten, 20 Prozent übernimmt das Land NÖ. Aber auch Diözese, Bund, Pfarre und Gemeinde sowie der Verein „Basilika Sonntagberg“ unter der Obmannschaft von Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka bringen sich ein.

Geschätzte Kosten von 4,5 Millionen Euro

Im Jahr 2024 soll die Generalsanierung dann abgeschlossen werden. Die Gesamtkosten werden auf rund 4,5 Millionen Euro geschätzt. Bislang wurden 1,5 Millionen Euro investiert.

„Es liegt in unser aller Verantwortung, dieses Kulturgut für künftige Generationen zu erhalten“, sagte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, die den Vorsitz im Kuratorium Sonntagberg von ihrem Vorgänger Erwin Pröll übernommen hat. Der Sonntagberg sei ein Ort des Innehaltens und Krafttankens, aber auch ein Ort, um sich seiner christlichen Wurzeln zu besinnen. Die Landeshauptfrau verwies außerdem auf die wirtschaftlichen und touristischen Effekte der Renovierung. „Ich erwarte mir, dass die Basilika dadurch noch mehr zum Magnet für Wallfahrer wird.“

Die Revitalisierung des Sonntagbergs macht sich bereits bezahlt. Die Anzahl der Pilger und Besucher ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Auch die zunehmende Popularität des Pilgerns spielt hier mit rein. „Die Menschen folgen wieder verstärkt ihrer Sehnsucht, etwas für die Nahrung ihrer Seele zu tun“, konstatierte Abt Petrus Pilsinger. „Am Sonntagberg kann man das ganz wunderbar tun.“

Pater Franz Hörmann vor dem Gnadenbild der Heiligen Dreifaltigkeit, der die Basilika Sonntagberg geweiht ist. Zu dem Bild führen ein paar hinter dem Hochaltar gelegene Stufen.  |  Kössl

Zufrieden mit der Entwicklung am Sonntagberg zeigen sich auch Pfarre und Gemeinde. „Wir leben in einer Zeit, wo Spiritualität wieder gesucht wird“, sagte Pater Franz Hörmann. „Ein besonderer Ort, wie der Sonntagberg, lässt diese Momente aber besonders groß werden.“ „Der Sonntagberg ist das Zentrum der Gemeinde und ein wichtiges Ausflugsziel, sowohl für Kulturtouristen als auch für Radfahrer und Wanderer“, meinte Bürgermeister Thomas Raidl.

Diözesanbischof Klaus Küng hob die spirituelle Bedeutung des Sonntagbergs hervor: „Diese Basilika ist der Heiligen Dreifaltigkeit geweiht und damit dem Kern unseres religiösen Bekenntnisses. Seit jeher gehört der Sonntagberg zu den wichtigsten Wallfahrtsorten Mitteleuropas.“