Restaurierung am Sonntagberg geht in die siebente Etappe

Erstellt am 04. März 2022 | 12:33
Lesezeit: 4 Min
Kuratorium gab rund 500.00 Euro für die Sanierung des Langhauses der Wallfahrtskirche 2022 frei.
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Im Jahr 2015 wurde mit der Generalsanierung der Basilika am Sonntagberg begonnen. Neben der barocken Wallfahrtskirche werden dabei auch die Kunstschätze der Kirche und der Schatzkammer sowie der Türkenbrunnen renoviert. Begleitet wird die Sanierung von einem Kuratorium, in dem das Land NÖ, die Diözese St. Pölten, das Bundeskanzler- und das Bundesdenkmalamt, die Pfarre und die Gemeinde Sonntagberg sowie das Stift Seitenstetten vertreten sind.

Die Leitung haben Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Diözesanbischof Alois Schwarz inne. Das Kuratorium bringt Fachkenntnis in das Projekt ein, wacht über die Restaurierungsarbeiten und beschließt deren Finanzierung. Unterstützt wird die Revitalisierung vom Verein „Basilika Sonntagberg“, der auf Initiative von Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka hin gegründet wurde.

Am Donnerstag trat das Kuratorium wieder zur Sitzung zusammen, um die baulichen und restauratorischen Maßnahmen für die siebente Renovierungsetappe, die nun startet, festzulegen. Im Anschluss wurde vor der Presse Bilanz gezogen und ein Ausblick auf die nächsten Arbeitsschritte gegeben.

Heiliges Grab wurde restauriert

Mittlerweile sind die Restaurationsarbeiten im Außenbereich und in der Schatzkammer abgeschlossen. Die Arbeiten im Innenbereich und die Restaurierung der Kunstgegenstände ist am Laufen. In der sechsten Sanierungsetappe wurden 2020 die Fresken und Mauern im Querschiff saniert und die Grabkapelle restauriert.

Im Zuge dessen wurde das Heilige Grab abgebaut und wieder in seinen Originalzustand aus dem Jahre 1740/1750 zurückversetzt. Da die barocke Gestaltung nicht mehr erkennbar war, wurden jene Teile, die aus dem 19. Jahrhundert stammen, entfernt. Ein neuer Altar wurde errichtet und die Wandfarben, die schon abwischbar waren, wurden wieder gesichert.

Noch nicht restauriert wurde die Christusfigur. „Ich bin sehr dankbar über die Entscheidung, das heilige Grab gründlich zu renovieren“, hielt der Sonntagberger Pfarrer Pater Franz Hörmann fest. „Jetzt haben wir die Möglichkeit, hier in der kalten Jahreszeit die Heilige Messe zu feiern.

Wand- und Deckenmalereien sowie Boden werden erneuert

2021 wurden in der Basilika Sonntagberg pandemiebedingt keine neuen Sanierungsschritte eingeleitet. Im laufenden Jahr wird nun die nächste große Etappe mit der Innenrestaurierung des Langhauses eingeleitet. Dieses wird einerseits umfassend restauriert und konserviert, andererseits mit einer energiesparenden Beleuchtung ausgestattet.

Um die Wand und Deckenmalereien im Kirchenschiff zu renovieren wird nun ein Gerüst-Tisch eingezogen. Renovierungsbedürftig ist außerdem der Boden im hinteren Bereich der Basilika. Auch dieser wird heuer in Angriff genommen, indem der Schachbrettboden, der das Kirchenschiff durchzieht, weiter nach hinten verlängert wird. Noch ausgespart wird bei der Sanierung die Gruft.

Fertigstellung bis zum Jahr 2026

486.000 Euro gab das Kuratorium am Donnerstag für die denkmalpflegerischen Maßnahmen für 2022 frei. Zusätzlich sind noch rund 110.000 Euro für die technische Ausstattung aus dem Stifts- bzw. Pfarrbudget angesetzt. Bis zum Jahr 2026 soll das Gesamtprojekt abgeschlossen sein. Ursprünglich hatte man zehn Jahre für die Generalsanierung anberaumt, Corona-bedingt musste man nun aber verlängern.

4,5 Millionen Euro beträgt das geschätzte Gesamtinvestitionsvolumen, wobei die Hauptlast das Stift Seitenstetten trägt. Bis jetzt haben Bund, Land, Förderverein und Stift 2,5 Millionen Euro in die Renovierung der Wallfahrtskirche investiert. Allein 870.000 Euro hat der Förderverein durch private Sponsoren lukriert.

Denkmalpflege als kulturpolitischer Schwerpunkt

Die Renovierung der Basilika Sonntagberg aktiv zu unterstützen, sei ein kulturpolitischer Schwerpunkt von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, hielt der Leiter der Kunst- und Kulturabteilung des Landes NÖ, Hermann Dikowitsch, der die Sitzung am Donnerstag in Vertretung der Landeshauptfrau leitete, fest. „Es ist unsere Verpflichtung, das historisches Erbe an unsere Kinder weiter zu geben“, sagte Dikowitsch. Zudem sei die Basilika ein Wahrzeichen des Mostviertels und der Sonntagberg mit rund 100.000 Besuchern im Jahr 2021 auch ein zentrales kulturtouristisches Ziel.

„Wir haben das verflixte siebente Jahr hinter uns“, meinte Bauherr Abt Petrus Pilsinger mit Verweis auf Corona. „Wobei, so verflixt war es dann eigentlich gar nicht, denn auch im Pandemiejahr sind viele Besucher auf den Sonntagberg gekommen.“ Einen wichtigen Anteil daran habe auch die Gemeinde, betonte der Abt. Diese kümmert sich im Zuge der Renovierung um die Umfeldgestaltung. „Der Sonntagberg ist ein einladender Ort, wo man gerne hinkommt“, meinte Abt Petrus abschließend.

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