Eishold: „Angriff auf Innenstadt“

ÖVP-Wirtschaftsbund-Obmann Jürgen Eishold ortet Standortschädigung durch Baustelle in Innenstadt und attackiert VP-Bürgermeister Werner Krammer scharf.

Andreas Kössl
Andreas Kössl Erstellt am 25. April 2018 | 04:50
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Wirtschaftsbund-Obmann Jürgen Eishold zeigt auf den „Fleckerlteppich“ aus Asphalt und Schotter am Oberen Stadtplatz und beklagt die daraus resultierenden Nachteile für Handel und Gewerbe in der Waidhofner Innenstadt.
Foto: Kössl

Seit März laufen die Glasfaser-Ausbauarbeiten der EVN-Tochter kabelplus in der Waidhofner Innenstadt. Vergangene Woche sind sie am Hohen Markt voll angelaufen. Danach werden die Hintergasse und die Bereiche Fuchslueg, Unter der Burg und Stock im Eisen folgen. Mitte Juni sollen die Arbeiten in der Innenstadt dann abgeschlossen sein.

So sieht es zumindest der Bauzeitplan der kabelplus, der auf der Homepage der Stadt einsehbar ist, vor. Demnach sollten aber auch die Arbeiten am Oberen und am Unteren Stadtplatz samt der Wiederherstellung des Pflasters mit Anfang vergangener Woche bereits abgeschlossen sein. Das ist jedoch nicht der Fall. Noch vergangene Woche waren hier punktuell Tiefbauarbeiten im Gange, von der Rückversetzung des Innenstadtpflasters in seinen ursprünglichen Zustand ist man noch weit entfernt.

„Das ist schlechte Planung und damit ein schlechtes Führungszeugnis für den Bürgermeister.“Wirtschaftsbund-Obmann Jürgen Eishold, ÖVP

Scharfe Kritik an den für die Innenstadtbaustelle politisch Verantwortlichen kommt nun vom Waidhofner Wirtschaftsbund. Indem die Arbeiten eklatant hinter dem Bauzeitplan zurückliegen würden, zeichne sich für den Handel und die Gastronomie in der Innenstadt ein sehr düsteres Bild, ärgert sich Wirtschaftsbund-Obmann Jürgen Eishold. „Mit der Baustelle reduziert man die Parkflächen und damit die möglichen Kunden. Die Unternehmer haben dadurch mit massiven Umsatzeinbrüchen zu kämpfen. Für sie ist das der reinste Horror.“

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Obwohl die Arbeiten laut Bauzeitplan bereits Anfang letzter Woche fertig hätten sein sollen, wurde am Unteren Stadtplatz noch gearbeitet.
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Eishold stößt auf, dass die Innenstadt nach der Pflastersanierung im Vorjahr nun schon wieder aufgegraben wurde. „Seit eineinhalb Jahren weiß man, dass Glasfaser in die Innenstadt kommt. Warum stellt man die Pflastersanierung nicht zurück und macht dann alles in einem Aufwasch?“

Der Sprecher des ÖVP-Wirtschaftsflügels spart nicht mit Kritik an VP-Stadtchef Werner Krammer. „Die politisch Verantwortlichen fügen dem Handel und der Gastronomie in der Innenstadt nachhaltige Schäden zu. Das ist schlechte Planung und damit ein schlechtes Führungszeugnis ür den Bürgermeister, der in letzter Konsequenz für die Koordination verantwortlich ist“, sagt Eishold und spricht von einem „Angriff auf die Innenstadt“, durch den jeder Arbeitsplatz in der Stadt gefährdet werde. Mache man so weiter, so sei es nur eine Frage der Zeit, bis sich das Geschäftesterben vom Hohen Markt auf die gesamte Stadt ausbreite.

Als Wiedergutmachung für den Geschäftsentfall plädiert der Wirtschaftsbund-Obmann für eine Entschädigung der betroffenen Unternehmer. So regte er für die Gastronomen eine Streichung der Schanigartengebühr und für den Handel einen erhöhten Mietzuschuss an. „Nicht, dass man mich falsch versteht, ich finde Glasfaser in der Innenstadt natürlich begrüßenswert und gut“, sagt Eishold. „Aber dass man hier jedes Jahr aufgräbt, ist einfach nicht tragbar.“

Stadtchef Krammer: Nehme Kritik sehr ernst

„Ich weiß, dass es punktuell Kritik an den Bauarbeiten in der Innenstadt gibt und ich nehme diese Kritik sehr ernst“, sagt Bürgermeister Werner Krammer. „Mich stört selbst, dass der Bauzeitplan nicht eingehalten wird.“ Bei einem Gespräch mit kabelplus und dem bauausführenden Unternehmen sei letzte Woche aber vereinbart worden, einen neuen Bauzeitplan, der auch halte, zu erarbeiten. Bereits am Dienstagabend (nach Redaktionsschluss) sollte dieser neue Plan den Innenstadtunternehmern bei einem „Baustammtisch“ im Rathaus präsentiert werden.

Die Kritik das Wirtschaftsbund-Obmannes, dass man die Pflastersanierung und den Glasfaserausbau doch besser zusammenfassen hätte sollen, lässt Krammer nicht gelten. „Wer die Entstehung dieses Glasfaserprojekts verfolgt hat, der weiß, dass im letzten Jahr noch keine Rede davon war, dass wir heuer fix Glasfaser bekommen“, hält der Stadtchef fest und verweist auf den Standortvorteil, der für die Innenstadt durch diese Infrastrukturmaßnahme erzielt wird. „Was die Pflastersanierung betrifft, so wird uns diese auch im nächsten Jahr noch beschäftigen“, sagt Krammer weiter. „Wir bemühen uns aber, die Belastung so gering wie möglich zu halten.“

Bezüglich Eisholds Vorschlägen zur Entschädigung der Innenstadtunternehmer meint der Stadtchef, dass an ihn persönlich diesbezüglich noch niemand herangetreten sei, weshalb er sie auch nicht weiter kommentieren werde.

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