Bene verschiebt Jahresabschluss erneut. Die Bilanz der finanziell angeschlagenen börsenotierten Bene AG, die mit ihrer Restrukturierung ringt, folgt laut Juni-Info "sicher im Laufe des Sommers". Daraus wird wegen offener Bewertungs- und Bilanzierungsfragen allerdings nichts.

Erstellt am 09. August 2013 (14:31)
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Der Jahresfinanzbericht werde "voraussichtlich im Oktober 2013 erfolgen", hieß es in einer Bene-Aussendung am Freitag. Eine weitere Hiobsbotschaft, nachdem erst diese Woche eine anonyme Anzeige wegen mutmaßlicher Konkursverschleppung seit Ende Juni getätigt worden war. Die Vorstände streiten dies ab.

Rasinger: Börsengang 2006 sei "zu teuer gekommen"

"Der Restrukturierungsprozess und die Pflichtveröffentlichung stehen in enger Abhängigkeit zueinander, das ist der Grund für die Verschiebung", sagte eine Bene-Sprecherin am Freitag. Der Informationspflicht über die Verschiebung komme man "in guter Rücksprache mit der Finanzmarktaufsicht" nach.

Anlegerschützer Rasinger meinte auf Anfrage, dass Bene bereits deren Börsengang 2006 zu teuer gekommen sei. "Da haben einige gut verdient. Die Familie Bene blieb auch im Aufsichtsrat und bezog hohe Beraterhonorare, das ging rund zwei Jahre gut. Letztlich zeigt sich die Qualität eines Unternehmens aber immer in schlechten Zeiten", so der Fachmann.

Neuerliche Verschiebung sei logische Konsequenz aus Finanzproblemen

Die neuerliche Verschiebung des Jahresfinanzberichts sei eine "logische Konsequenz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten" des Büromöbelbauers. "Generell ist die Bene AG aber auch an der Wiener Börse eine Randerscheinung."

Zur kürzlichen anonymen Anzeige hieß es, der Vorstand der Bene AG sei "der festen Überzeugung, dass kein strafrechtlicher Sachverhalt vorliegt und sich das Unternehmen und seine Vertreter stets korrekt und rechtmäßig verhalten haben".

Verhandlungen in Endphase: "Zeitnahes" Ende

"Ungeachtet dessen werden die aufgeworfenen Sachverhalte derzeit gemeinsam mit unserer Rechtsvertretung überprüft. Wir werden mit der Staatsanwaltschaft kooperativ zusammenarbeiten, um die Sachverhalte aufzuklären", heißt es weiter. Zu Details gebe es keine Stellungnahme.

Die Verhandlungen mit den finanzierenden Banken befänden sich in der Endphase und würden "zeitnah" beendet. "Damit verläuft die Sanierung von Bene plangemäß, sodass der Vorstand der Bene Gruppe zuversichtlich ist, das Unternehmen wieder auf den Erfolgskurs früherer Jahre zurückzuführen", schreiben Rudolf Payer, Vorstand für Finanzen & Produktion und Michael Feldt, Vorstand für Sales & Marketing.