Viel zu wenig Birnen. Die Birnbäume im Bezirk tragen heuer kaum Früchte. Es könnte deshalb sogar schwierig werden, die Gourmetmoste zu produzieren.

Von Hermann Knapp und Andreas Kössl. Erstellt am 30. September 2016 (05:39)
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Mostbaron Hans Hiebl rätselt über die Ursachen der schwachen Ernte. Foto: Knapp
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Eigentlich sollte die Birnenente gerade auf Hochtouren laufen, doch es gibt nicht viel zu pflücken. „Die Bäume tragen kaum Früchte. Warum das so ist, wissen wir nicht, denn die Witterung hätte eigentlich gepasst. Manche Mostsorten wird es heuer wohl nicht geben – bei mir zum Beispiel die Speckbirne“, sagt der Obmann des Obstbauverbands im Bezirk, Mostbaron Hans Hiebl.

Bei den Mischmosten ist die schlechte Birnenernte kein Beinbruch, da wird eben der Apfelanteil höher sein. Sorgen bereiten den Mostbaronen vor allem die Gourmetmoste. „Da haben wir uns auf bestimmte Birnensorten festgelegt und manche gibt es heuer kaum. Ob unsere Reserven ausreichen, werden wir sehen“, so Hiebl.

Gründe für schlechte Ernte sind unklar

Auch Mostbaron Toni Distelberger rätselt über die Gründe für die schlechte Ernte. „Die Blüte im Frühjahr war nicht schlecht, aber im Sommer sind dann immer mehr Früchte einfach abgefallen. Vielleicht war das feuchte Wetter der Grund dafür“, so Distelberger. Der Primus der Mostbarone Bernhard Datzberger glaubt, dass die Ursache für die schlechte Ernte in der Hitze des Vorjahres zu suchen ist.

Der Kematner Most- und Saftproduzent Ferdinand Litzellachner berichtet ebenfalls von einer ganz schwachen Birnenernte: „Wir haben nicht mal die Hälfte der Menge vom Vorjahr. Zuletzt hatten wir so einen schlechten Ertrag vor 15 Jahren.“ Er führt das auf die länger anhaltende Kälte im Frühjahr und ebenfalls auf die von der Trockenheit im Vorjahr geschwächten Bäume zurück.

Für Hans Hiebl gewinnt angesichts der schlechten Ernte die Internetplattform schachern.at an Bedeutung. „Da kann alles rund ums Obst gehandelt werden. Die Plattform bietet die Chance, Birnenverkäufer und -käufer zusammenzubringen. Gerade heuer ist das wichtig.“