Erstellt am 15. Februar 2015, 19:17

von Andreas Kössl

Zwei Tote bei Lawinenabgang in Eisenerzer Alpen. Bei einem Lawinenabgang im Bereich der Lahnerleitenspitze (Bezirk Leoben) in den Eisenerzer Alpen sind zwei Tourengeher aus Hollenstein an der Ybbs (Bezirk Amstetten) getötet worden. Eine dritte Person wurde verletzt geborgen.

Mit ihren Ehefrauen war ein Hollensteiner Brüderpaar am Sonntag um die Mittagszeit auf einer Skitour in den Eisenerzer Alpen in der Gemeinde Radmer im Bezirk Leoben (Steiermark) unterwegs. Als die Gruppe gegen 12 Uhr auf einer Seehöhe von rund 1.200 Meter im Bereich der Lahnerleitenspitze auf einem nördlichen Hang talwärts fuhr, löste sich ein Schneebrett.

Für Brüderpaar kam jede Hilfe zu spät

Eine der beiden Frauen (60 Jahre) und die beiden Männer (54 und 60 Jahre) kamen in die Lawine. Die Frau wurde teilverschüttet und verletzt. Den beiden Männern gelang es noch, aus dem Schneebrett auszufahren, jedoch löste sich über ihnen ein zweites Schneebrett, welches sie schließlich mitriss. Durch die Schneemassen erlitt das Brüderpaar tödliche Verletzungen.

Die zweite Frau (42 Jahre) war oberhalb der Lawine unterwegs und wurde daher von der Lawine nicht erfasst. Sie alarmierte die Einsatzkräfte. Es wurde sofort Lawinenalarm ausgelöst und Bergrettung sowie Alpinpolizei begaben sich mit Hubschraubern zur Unfallstelle.

Im Einsatz war auch der Rettungshubschrauber Christophorus 15 aus Ybbsitz. „Wir wurden gegen 12.30 Uhr alarmiert und waren nach etwa 15 Minuten vor Ort“, berichtet Pilot Walter Langebner. „Das Problem war jedoch, dass wir die Tourengeher erst nach einer weiteren Viertelstunde fanden, da die Ortsangaben leider sehr vage waren, der Telefonkontakt sehr schlecht war und an mehreren Stellen Schneebretter abgegangen waren.“

Warnstufe eins: Riskiko war nicht abschätzbar

Für die beiden Männer sei dies aber letztendlich nicht entscheidend gewesen, so der Pilot weiter. Sie dürften nicht erstickt, sondern durch die Wucht der Scheemassen zu Tode gekommen sein. Die verletzte Tourengeherin wurde von der C15-Crew mittels Seil geborgen und ins Landesklinikum Amstetten geflogen. Sie erlitt einen Beinbruch. Die Bergung der beiden Männer erfolgte mittels Hubschrauber des BMI.

Wirklich abschätzbar war der Lawinenabgang für die vier Tourengeher nicht gewesen. Am Sonntag hatte in den Eisenerzer Alpen lediglich Lawinenwarnstufe eins geherrscht.