Schritte gegen Biber an der Ybbs. Biberschäden an der Ybbs fordern Behörden. Vorgehen mit Experten abgeklärt. Ist-Zustand erheben und Maßnahmen setzen.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 11. Dezember 2019 (03:25)
Symbolbild
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Biber haben sich im Stadtgebiet von Waidhofen angesiedelt und machen sich am Ybbsufer an den Bäumen zu schaffen. Vor allem entlang des Ybbsuferwegs haben die nachtaktiven Nager mehrere Bäume schon derart massiv angebissen, dass manche aus Sicherheitsgründen gefällt werden mussten. Andere Bäume wurden mit Maschendrahtmanschetten ummantelt, um weitere Schäden zu verhindern. Aus Sicherheitsgründen hat die Stadt trotz Wintersperre bei den Zugängen zum Ybbsuferweg Warnschilder aufgestellt. Die NÖN berichtete.

Am Donnerstag lud Vizebürgermeister Mario Wührer als politisch Zuständiger für Agrar, Forst und Sicherheit nun zu einem „Bibergipfel“, um das weitere Vorgehen, wie man mit der Ausbreitung des Bibers an der Ybbs umgehen soll, zu besprechen. Neben den zuständigen Stellen am Magistrat nahmen daran auch Vertreter der Fischereiverbände, der Feuerwehren sowie Erwin Huter als Vertreter der NÖ Umweltanwaltschaft und Ronald Knapp, Biberbeauftragter des Landes NÖ, teil.

„Wir haben festgelegt, dass Ende Jänner, Anfang Februar gemeinsam zwischen der Unteren Zellerbrücke und dem Kraftwerk Schwellöd eine Begehung beider Ybbsufer durchgeführt werden soll“, berichtet Wührer. „So will man sich ein Bild von den Schäden machen und feststellen, wie viele Biberfamilien im Stadtgebiet aktiv sind.“ Derzeit geht man von rund sechs Tieren aus, wobei man aber nicht weiß, ob es sich dabei um zwei oder drei Familien, mit einem jeweils eigenen Revier, handelt.

Entnahme der Tiere soll vermieden werden

„Nach der Begehung werden wir dann festlegen, welche Bäume mittels Drahtummantelung geschützt werden sollen und welche Rekultivierungsmaßnahmen man setzen wird“, führt Wührer weiter aus. Im Zuge einer Infoveranstaltung sollen dann auch die Liegenschaftsbesitzer an der Ybbs über den Ist-Zustand und die weiteren Maßnahmen informiert werden. „In weiterer Folge gilt es dann festzulegen, welche Gebiete man dem Biber überlässt und welche Bereiche man unattraktiv für ihn macht“, sagt Wührer und hält fest: „Die Entnahme der Tiere als letzte Variante will keiner. Sie macht auch wenig Sinn, denn ist die eine Biberfamilie weg, siedelt sich gleich wieder die nächste an.“

Derzeit darf der Biber in Waidhofen nicht bejagt werden. Die Tiere stehen hier unter strengem Naturschutz. Das ist in anderen Gebieten Niederösterreichs anders: 2016 wurde der Schutz des Bibers zwischen 1. September und 31. März in einem genau definierten Bereich aufgehoben.

Die am Ybbsufer gefällten Bäume belässt man einstweilen in der Ybbs, um den Tieren ihre Nahrungsgrundlage zu erhalten und ein Weiterziehen zu verhindern. Um zu vermeiden, dass die Bäume bei Hochwasser weggeschwemmt werden und Schäden an den Kraftwerken anrichten, werden sie allerdings befestigt.