So war das Schuljahr im Ybbstal: Schüler holten Aktivitäten nach

Erstellt am 28. Juni 2022 | 20:00
Lesezeit: 4 Min
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Vor wenigen Wochen nahm Helena Hochreither, Schülerin an der FSB Gleiß, an einem gemeinsamen Kochprojekt mit der VS Gleiß teil, das nun wieder in gewohnter Form stattfinden konnte.
Foto: FSB Gleiß
Gute Erfahrungen mit Distance Learning, sozialer Faktor kam jedoch zu kurz.
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Das mittlerweile dritte von der COVID-Pandemie betroffene Schuljahr geht zu Ende und bietet eine Gelegenheit Resümee zu ziehen und bei Schulen sowie Einrichtungen der Jugendsozialarbeit nachzufragen, wie die Herausforderungen der vergangenen Jahre gemeistert wurden.

„Wir haben das vergangene Schuljahr schon als sehr, sehr herausfordernd empfunden“, meint Doris Aigner, Direktorin der Wirtschaftsmittelschule Waidhofen. „Wir dachten es wird leichter, aber im Grunde genommen war es nicht weniger herausfordernd als das Jahr davor.“

An der FSB Gleiß war man im Vergleich zum Vorjahr wesentlich weniger von Distance Learning betroffen, wie Direktor Andreas Geiger berichtet: „Es gab zwar Verzögerungen durch das Testen und durch Erkrankungen aber im Gegensatz zum Vorjahr konnte nahezu das ganze Schuljahr normaler Unterricht durchgeführt werden.“

Ruth Salomon, Direktorin der Volksschule Waidhofen und der Volksschule Opponitz, meint: „Es war ein durchwachsenes Jahr, es hat sich aber auch sehr viel getan. Es waren he rausfordernde Zeiten, aber sowohl die Kinder als auch die Lehrerinnen und Lehrer haben das sehr gut gemeistert.“

Auch wenn dem Distance Learning im vergangenen Schuljahr nicht mehr eine so bedeutende Rolle wie im Jahr davor zukam, so gab es gerade in diesem Sektor doch deutliche Fortschritte zu verbuchen. „Mit der Digitalisierung sind wir viel besser zurechtgekommen als im Vorjahr. Auch die Geräteinitiative, bei der alle ersten und zweiten Klassen mit iPads versorgt wurden, hat hier sehr geholfen“, erzählt etwa Doris Aigner. „Die Schülerinnen und Schüler haben auch relativ rasch gelernt damit umzugehen.“ Andreas Geiger meint: „Die Rückmeldung von unseren Schülerinnen und Schülern war, dass inhaltlich auch im Distance Learning viel gelernt wurde, es war eher das soziale Miteinander, das eine Zeit lang zu kurz kam. Auch die Ergebnisse der Abschlussprüfungen haben diesen Eindruck bestätigt, da gab es keinen Unterschied zu früher zu bemerken.“

In den letzten Wochen und Monaten wurde nun vielerorts versucht diesen fehlenden sozialen Faktor des Schulalltags wieder zu stärken. Sowohl an der WMS Waidhofen, als auch an der FSB Gleiß gab es einige mehrtägige Schulaktivitäten und auch die Berufsorientierung konnte wieder im üblichen Ausmaß ausgeführt werden, zum Beispiel mit Exkursionen zu Betrieben oder externen Referentinnen und Referenten. Die Musikklasse der WMS konnte ihr Jahresprojekt „Around the World“ vor Publikum im Plenkersaal präsentieren. An der VS Opponitz und der VS Waidhofen gab es Schulaufführungen eines Theaterstücks und einer Oper. Ruth Salomon freut sich, dass diese Veranstaltungen wieder gemeinschaftlich stattfinden konnten: „Wenn man etwas mit den Kindern macht und das dann auch den Eltern zeigen kann, ist das sehr schön! Es ist gut, dass man wieder das Gefühl hat, man schafft gemeinsam etwas Großartiges.“

Schulsozialarbeit kann Probleme abfedern

Die Pandemie stellt für viele Kinder und Jugendliche auch eine psychische Belastung dar. Verschiedene Einrichtungen können hier helfen, mögliche Probleme früh zu erkennen und abzufedern. An der FSB Gleiß steht einmal wöchentlich eine Jugendcoachin als Gesprächspartnerin zur Verfügung, an der WMMS Waidhofen feiert die Schulsozialarbeit in Zusammenarbeit mit dem JUSY heuer zehnjähriges Jubiläum. Der Verein Jugendservice Ybbstal (JUSY) unterhält Beratungszentren in Wieselburg und Waidhofen und bietet an der WMMS und dem BRG Waidhofen sowie an der Computerfachschule Wieselburg Schulsozialarbeit an.

Mathias Wiener, fachlicher Leiter der Jugendberatungsstelle sowie der Schulsozialarbeit beim JUSY, berichtet: „Wir merken sowohl in der Beratungsstelle als auch in den Schulen, dass die psychische Belastung zugenommen hat. Gerade auch im Zusammenleben zu Hause kann es zum Beispiel durch Homeschooling vermehrt zu Problemen kommen, aber auch die Rückkehr vom Homeschooling in die Schule kann für manche belastend sein.“ Die ausgebildeten Sozialarbeiterinnen und -arbeiter des JUSY stellen eine wichtige Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche dar. „Wir bieten die Möglichkeiten bei akuten Krisen, die Jugendlichen möglichst unbürokratisch an Kooperationstherapeuten weiterzuvermitteln, und übernehmen auch die Kosten für die ersten drei bis fünf Sitzungen“, erklärt Wiener.

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