Ybbs noch nie so warm. Im Mittel- und Oberlauf der Ybbs werden Wassertemperaturen von bis zu 24 Grad gemessen. Das sind historische Höchstwerte. Was Badende schätzen, bereitet Fischen Stress.

Von Leo Lugmayr. Erstellt am 08. August 2018 (04:50)
Hofbauer
Das Wochenende soll Abkühlung bringen, glaubt man den Prognosen. Dann dürfte sich auch das Wasser in der Ybbs – wie im Bild in Opponitz – wieder unter 20 Grad abkühlen.

Österreichs Seen melden Temperaturrekorde, aber auch im Mittel- und Oberlauf der Ybbs werden noch nie da gewesene Werte gemessen. „In unserem Ybbsnaturbad hatten wir am Wochenende bis zu 24 Grad“, sagt Kematens Bürgermeisterin Juliana Günther. Das sind bereits Badewannentemperaturen.

Ähnliches meldet Hollensteins Bürgermeisterin Manuela Zebenholzer. „Niemand kann sich erinnern, dass wir jemals 21 bis 22 Grad Wassertemperatur gemessen haben“, sagt sie. In Durchschnittsjahren liegen die Höchstwerte der Wassertemperaturen der Ybbs beim Strandbad in Hollenstein auch im Hochsommer um die 17 Grad. „Dafür ist die Frequenz im Strandbad heuer wunderbar“, sagt Zebenholzer.

Ein Grund dafür sei auch der Ybbstalradweg, der Frequenz nach Hollenstein bringe und Radfahrer zum Absteigen und Eintauchen in das kühle Nass verleite. „Wir hatten heuer schon Gäste aus Ungarn, Tschechien und sogar aus Russland“, so die Bürgermeisterin.

Stress für Fische

Des einen Freud ist bisweilen des anderen Leid. Denn für Forellen, Äschen und andere Wasserbewohner bedeuten Temperaturen über 20 Grad zumeist Stress. „Generell wird Durchschnittstemperatur der Ybbs in den letzten Jahren stetig gestiegen“, sagt der Obmann des Waidhofner Arbeiterfischereivereins Norbert Muck.

Sein Verein hat die Fischereirechte der rechten Flusshälfte der Ybbs im Stadtgebiet Waidhofen von der Einmündung des Feketgrabenbachs flussabwärts bis zur alten Lehrwerkstatt, etwa 300 Meter unterhalb der Zeller Hochbrücke, inne.

Aber nicht nur die subtropischen Temperaturen heizen das Wasser auf, auch menschliche Eingriffe tragen das ihre zur Flusserwärmung bei. „Zunehmende Staubereiche bremsen die Flussgeschwindigkeit und vermehrte Abholzung des Uferbewuchses nimmt dem Fluss die natürliche Beschattung“, sagt Muck.

Die Fische reagieren auf die höheren Wassertemperaturen, indem sie sich dorthin begeben, wo das Wasser kühler ist: ins tiefere Wasser oder flussaufwärts in den Oberlauf der Ybbs.