Das Radl’n im Ybbstal gewinnt an Beliebtheit. Die Radwege in der Region werden gut genutzt und auch bei den Fahrradhändlern ist einiges los, sogar im Winter läuft der Verkauf.

Von Anna Faltner. Erstellt am 07. April 2021 (05:55)
NOEN, Immer mehr Leute entdecken das Radfahren für sich – egal ob klassisch, Mountainbike, Rennrad oder E-Bike. Inshot/Weichberger

Das Wetter und der Lockdown regen an – nämlich zur Bewegung in der freien Natur. Was dabei ganz hoch im Trend liegt, ist das Radfahren. Das macht sich nicht nur auf den heimischen Radwegen bemerkbar, sondern auch bei den Fahrradhändlern und in den Werkstätten. Egal ob Citybike, E-Bike oder Mountainbike, ob Kinder, Erwachsene oder Senioren – Radfahren ist in allen Sparten und Altersklassen sehr beliebt.

Entlang der Ybbs, von der Donau bis zum Bergsee, sorgt der 107 Kilometer lange Ybbstalradweg für besondere Raderlebnisse. Im Moment herrscht zwar noch Wintersperre, Mitte April wird die Strecke vermutlich aber wieder geöffnet. „Wir haben Ziviltechniker und Geologen beauftragt, sich alles anzusehen, damit für die neue Saison alles stimmt“, informiert Eisenstraße-Obmann Andreas Hanger.

„Früher hat man die Räder rund um Ostern gekauft. Heuer gab es nicht einmal im Winter eine Pause. Die Saisonalität ist aufgehoben.“ Matthias Leichtfried, Geschäftsführer von Radsport Weichberger

Schon im Vorjahr war einiges los am Ybbstalradweg. Hanger geht von einem starken Nutzungswachstum im Vorjahr aus, und auch für dieses Jahr lautet die Prognose ähnlich. Darüber hinaus soll der Ybbstalradweg auch noch erweitert werden. „Die Mostviertler Radroute ist bei uns ein großes Thema. Wir wollen unbedingt eine große Route vom Ybbstal bis nach Lunz mit dem Erlauftalradweg verbinden. Damit wollen wir eine ganze Mostviertler Radroute etablieren, das wäre unsere große Vision. Aber natürlich gibt es da bei gewissen Streckenabschnitten noch einiges zu tun“, verrät Hanger.

Von einer Saison kann Matthias Leichtfried, Geschäftsführer von Radsport Weichberger, gar nicht mehr sprechen. Denn in all den Filialen ist eindeutig ein Boom zu spüren – und das mittlerweile ganzjährig. „Früher hat man die Räder rund um Ostern gekauft. Ab dem Zeitpunkt, wo im letzten Jahr der Lockdown vorbei war, geht der Radverkauf durch. Nicht einmal im Winter gab es da eine Pause. Die Nachfrage ist sehr stark und die Saisonalität ist aufgehoben“, erzählt Leichtfried.

Das verursacht sogar Engpässe bei bestimmten Modellen. Man merke schon jetzt, dass es in der Radindustrie allgemein Lieferprobleme gibt. „Wir bekommen im Herbst schon immer die Ware fürs nächste Jahr. Zum Glück waren wir sehr gut bestückt. Aber gewisse Modelle waren jetzt schon Ende März ausverkauft. Und die kommen dann erst im Herbst wieder“, berichtet er. Das sei sehr untypisch, denn für gewöhnlich beginnt der Verkauf erst jetzt.

Also wurde vorgesorgt. Bei Radsport Weichberger hat man mehr Ware bestellt, diese eingelagert und schon früher zusammengebaut. „Wir hoffen jetzt schon noch auf ein tolles Geschäft im Frühjahr und Sommer. Aber wir machen uns auch schon Gedanken über die Bestellideen für Fahrräder im nächsten Jahr“, sagt Leichtfried. Denn brauchen werde man die Räder mit Sicherheit.

Was sich weiter fortsetzt, ist der Griff zum E-Bike. Diesen Trend könnte die Corona-Krise sogar noch einmal mehr gestärkt haben, da Radfahren ja auch im Lockdown erlaubt ist. Und da hat sich auch die Altersklasse mittlerweile verändert. Bisher war vermehrt die ältere Generation die Zielgruppe. „Seit dem letzten Jahr merkt man, dass immer mehr junge Leute auf das Thema E-Bike aufmerksam werden. Da werden vor allem E-Mountainbikes gekauft“, schildert der Fachmann.

Dass immer mehr Radwege und Bike-Parks entstehen, sorge da für eine zusätzliche Steigerungsrate. Dadurch werden mittlerweile schon genauso viele E-Bikes wie normale Fahrräder verkauft. „Man kommt weiter und höher, kann Radtouren machen, die man sich sonst vielleicht nicht mehr zutraut. Trotzdem steht die Bewegung am Rad im Vordergrund. Die Leute fahren schon alle selber gerne“, betont Leichtfried. Denn auch das Rennrad erfährt gerade eine Renaissance. Ein Zusammenhang mit der Corona-Krise, in der die Leute mehr Zeit für den Sport zuhause und in der Natur haben, ist auch hier denkbar.

Wer nicht mehr auf der Suche nach dem perfekten Fahrrad ist, sondern sein Gefährt einfach nur frühlingsfit machen will, kann das beim Service, aber auch zuhause tun. „Ein kleiner Service in der Werkstatt schadet sicher nicht, aber momentan sind auch die Radwerkstätten sehr gut ausgelastet“, weiß Weichberger. Und so lautet sein Radlertipp für zuhause: Luftdruck überprüfen, die Spannung der Kette überprüfen und checken, ob die Bremsen in Ordnung sind. „Wenn Bremsen, Kette und Luft passen, dann kann man fahren.“

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