Schnelles Internet für das Ybbstal. Ybbstaler Gemeinden haben in den letzten Jahren den Glasfaserausbau vorangetrieben. Ziel ist die Vollversorgung.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 19. August 2020 (05:33)
Ybbsitz war nicht nur eine der ersten Gemeinden im Ybbstal, die den Glasfaserausbau anging, sondern ist auch jene Gemeinde, die sich den größten Teil des Förderkuchens holte. Nationalratsabgeordneter Andreas Hanger, Vizebürgermeister Anton Teufl und Bürgermeister Gerhard Lueger (von links) mit einem Bautrupp in Schwarzois.
Lugmayr

6,2 Millionen Euro hat der Bund bis Ende 2019 in den Breitbandausbau in der Region Mostviertel-Eisenwurzen investiert. Auch die Gemeinden im Ybbstal kamen dabei in den Genuss dieser Fördergelder (siehe ganz unten). Geflossen sind diese in jenen Gemeinden, die Teil des Pilotprojekts des Landes NÖ sind, meist über die Landesgesellschaft nöGIG.

Zur Erinnerung: Vor fünf Jahren wurde das Ybbstal als eine von vier Glasfaser-Pilotregionen für das Breitbandmodell des Landes auserkoren, woraufhin die nöGIG in den sieben Gemeinden zwischen Waidhofen, Ybbsitz und Lunz/See den Glasfaserausbau startete.

„Mein Ziel ist es, bis zum Jahr 2025 alle Liegenschaften im Gemeindegebiet mit Glasfaser angebunden zu haben.“Bürgermeister Anton Kasser

In der Stadt Waidhofen wurde im Rahmen des nöGIG-Pojekts der Bereich Rabenberg, Pfarrerbodensiedlung und Höhenstraße ausgebaut. Man habe nun von der nöGIG kürzlich die Zusage bekommen, dass auch die Gebiete Wirts und Konradsheim in das Pilotprojekt aufgenommen werden, berichtet Bürgermeister Werner Krammer. Dort war der Ausbau im Frühjahr gestoppt worden, nachdem nicht klar war, ob die nöGIG die Infrastruktur nach der Fertigstellung übernehmen wird. Nun steht einem weiteren Ausbau nichts mehr im Wege.

Offen sind hingegen noch die Ortsteile Windhag und St. Leonhard/Walde sowie ein Teil von St. Georgen/Klaus. „Hier laufen gerade die Gespräche mit der nöGIG darüber, wie diese Gebiete fertiggestellt werden können“, sagt der Stadtchef. „Aufgrund des komplexen Fördermodells ist das leider nicht ganz einfach.“

Die Gründung einer GmbH gemeinsam mit den anderen sieben Ybbstalgemeinden der Pilotregion steht im Raum. Diese soll den Glasfaserausbau in den Gebieten, die von der nöGIG nicht ausgebaut worden sind, übernehmen und das Netz dann an die Landesgesellschaft vermieten. „Wir haben der nöGIG einen Vorschlag vorgelegt und stehen Gewehr bei Fuß“, sagt Krammer.

„Moderner Arbeitsplatz lässt sich mit der Lebensqualität am Land verbinden.“Ybbsitz' Bürgermeister Gerhard Lueger

In Ybbsitz sind die Ortsteile Markt, Schwarzois, Zogelsgraben, Prolling und der Hintere Prochenberg bereits für schnelles Internet erschlossen, die Ortsteile Hubberg, Haselgraben, Schwarzenberg und Maisberg sollen großteils noch heuer folgen. Mit 3,4 Millionen Euro erhielt die Gemeinde den höchsten Förderbeitrag für den Glasfaserausbau im Ybbstal zugesagt.

Bürgermeister Gerhard Lueger begründet das so: „Zum einen haben wir bei einer Gemeindefläche von 104 Quadratkilometern sehr lange Ausbauwege zu den Gehöften zu bestreiten. Zum anderen ist die Erschließung gerade in den Talschaften durch Breitbandinternet besonders wichtig.“ Die Glasfasertechnik mache es möglich, dass der ländliche Raum attraktiv für Menschen werde, deren Arbeit im Homeoffice erledigt werden könne, sagt Lueger. „So lassen sich ein moderner Arbeitsplatz mit der Lebensqualität am Land verbinden.“

Nicht im Ybbstaler Pilotprojekt enthalten waren die Gemeinden Allhartsberg, Kematen und Sonntagberg. Nichtsdestotrotz kamen auch sie bereits in den Genuss von Bundesgeldern. Gemeinsam mit Oed-Öhling und Aschbach sind sie nun Teil eines neuen Ausbauprojekts der nöGIG. Die Vorbereitungen dafür laufen, wahrscheinlich im Spätherbst werden die Arbeiten starten.

„Wir haben schon die letzten Jahre immer Leerverrohrungen mitverlegt“, sagt Bürgermeister Anton Kasser. Das nöGIG-Projekt umfasst nun im Wesentlichen den Ortskern. Daneben habe sich die Gemeinde Bundesförderungen für den Bereich Anger holz, Burgstall und die Strecke Richtung Hiesbach gesichert, führt der Ortschef aus. „Mein Ziel ist es, bis zum Jahr 2025 alle Liegenschaften im Gemeindegebiet mit Glasfaser angebunden zu haben“, sagt der Ortschef.

Auch Sonntagberg hat zuletzt in die Leerverrohrung investiert. Das nöGIG-Ausbaugebiet umfasst nun Hilm, Gleiß, Windberg, Baichberg, Rosenau und Bruckbach. „Natürlich ist der Glasfaser-Vollausbau im Gemeindegebiet das große Ziel“, sagt Bürgermeister Thomas Raidl. „Erste diesbezügliche Gespräche laufen bereits.“

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