Amstettner Lehrervertreter: „Lehrer sind an Grenze der Belastung!“

Lehrpersonen, Schulleitungen, Eltern und Kinder fiebern dem Schulstart nach den Ferien entgegen. Alles ist offen.

Erstellt am 08. Januar 2022 | 06:48
Lesezeit: 2 Min
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Der für den Bezirk Amstetten verantwortliche Personalvertreter Thomas Seyrl, das für das Mostviertel zuständige Mitglied des Zentralausschusses der Landeslehrer Martin Traxler und Schulleiterin Elisabeth Schasching (von links) sind sich einig: „Die Belastung der Lehrerinnen und Lehrer war in den vergangenen Monaten enorm!“
Foto: NÖN

Die Personalvertreter der Landeslehrer informierten sich in den letzten Tagen vor Weihnachten bei Schulleitungen und Lehrpersonen, wie es um die Belastung in den Schulen steht. „Wir haben dabei den Eindruck gewonnen, dass in den Monaten November und Dezember der Druck in den Schulen, besonders auf die Lehrpersonen, fast auf das Unerträgliche gestiegen ist“, sagt Martin Traxler, der die Pädagogenschaft des Mostviertels im Zentralausschuss der Landeslehrer vertritt.

Dabei hat der Hybridunterricht die Lehrerschaft nicht nur mit der doppelten Vorbereitung auf gleichzeitig Präsenzunterricht und Homeschooling-Betreuung doppelt belastet, auch der Unterricht selbst und die Nacharbeit verlangen den Pädagoginnen und Pädagogen Zusätzliches an Arbeit, Engagement und Flexibilität ab.

Der Personalvertreter der Landeslehrer im Bezirk Amstetten, Thomas Seyrl, weiß aus Lehrergesprächen, dass alle Schulen darauf hoffen, nach Weihnachten in den Regelunterricht zurückzukehren. „Die Kinder kontaktieren ihre Lehrer oft bis spät in den Abend hi nein per Internet mit Fragen zu Stoff und Hausübungen“, sagt Seyrl. „Wenn hier die Belastung weiter anhält, werden uns an den Schulen erste Kräfte ausfallen. Schon jetzt sind manche knapp am Burn-out!“

„Alle hoffen nun auf vier normale Schulwochen!“

Die überbordende Belastung in der Kollegenschaft nimmt auch die Leiterin der Mittelschule Ybbsitz, Elisabeth Schasching, wahr. „Alle hoffen auf vier einigermaßen normale Schulwochen nach Weihnachten, um das Semester zum Abschluss zu bringen“, sagt sie.

Doch gerade das sei angesichts der erwarteten Omikron-Welle alles andere als sicher. Dass für die Kinder der Unterricht in halb gefüllten Klassen oder bei laufender Computerkamera längst ermüdend ist, bestätigt Schasching: „Der soziale Aspekt kommt zu kurz, wenn immer wieder Kinder fehlen, weil sie abgesondert oder aus Angst zuhause bleiben. Präsenzunterricht für alle wäre wünschenswert.“ Auch bei den Eltern besteht der dringende Wunsch nach Normalität und Regelmäßigkeit. „Die Eltern haben genug von Homeschooling, Hybridunterricht und Lockdown. Auch sie drängen auf Normalität im Schulbetrieb“, weiß Traxler aus Eltern-Reaktionen.