Auch im Amateursport wird die Unruhe größer. Während Fußball-Bundesliga und Co. spielen dürfen, ist der Amateursport noch weitgehend auf Eis gelegt. Planbarkeit ist schwierig. Ybbstaler Vereine werden erfinderisch.

Von Raimund Bauer. Erstellt am 24. Februar 2021 (04:56)
Stadtrat Peter Engelbrechtsmüller, Waidhofens Bürgermeister Werner Krammer, Stadtförster Georg Brenn, Kathi Böck, Sonja Schedlbauer und Paul Schedlbauer (von links) versuchen mit Crossfit-Übungen den Sport unter die Leute zu bringen.
Stadt Waidhofen an der Ybbs

Die Freude an der Bewegung bleibt. Doch die Möglichkeiten haben sich während der Corona-Pandemie stark eingeschränkt. Vor allem die Halle blieb in den Wintermonaten geschlossen. Die Sportvereine klagen im Nachwuchsbereich über regen Rückgang und jetzt schon fehlende Motivation.

Die gestartete Petition „Kinder brauchen Bewegung“ zielt darauf ab, die Kinder wieder auf die Sportplätze zu bekommen. „Für uns ist nicht verständlich, dass Kinder in der Schule regelmäßig getestet werden und am Nachmittag nicht Sport in den Vereinen ausüben dürfen“, zeigt sich Mitorganisator Alexander Stingl, Nachwuchsleiter SKU Amstetten, überrascht. Bisher haben 38.843 Personen die Petition unterschrieben. Doch auch in den anderen Sportarten herrscht große Unsicherheit.

So auch beim Tennisverein in Waidhofen. Während die Mannschaft der 2. Bundesliga bereits wieder ihr Training aufnehmen durfte, weil diese in die Spitzensportregelung fällt, heißt es für den Breitensport weiterhin: Bitte warten.

„Es herrscht eine große Unruhe. Viele Eltern rufen an und fragen, wann wir die Kinder endlich wieder in die Tennishalle lassen können, da sie den ganzen Winter nicht trainieren konnten. Wenn man bedenkt, dass sich unsere Jugend sowieso zu wenig bewegt, muss einen das schon nachdenklich stimmen“, sagt Heinz Reichartzeder, Sektionsleiter Tennis der Sportunion, und er fügt hinzu: „Der wirtschaftliche Schaden ist enorm. Wir haben im Herbst eine neue LED-Flutlichtanlage in der Halle installiert, aber jetzt stehen wir praktisch ohne Einnahmen da – sowohl was die Platzmiete betrifft, als auch in Sachen Kantine.“

Um zumindest ein wenig ein Sportangebot anzubieten, hat sich die Sportunion Waidhofen auch Gedanken gemacht. Ein neues Bewegungsprogramm der Sportunion sorgt seit Kurzem für zusätzliche Motivation, auch bei niedrigen Temperaturen und im Freien zu sporteln.

Ein Parcours, der beim Schwammerlplatz beginnt, hilft dabei, die körperliche Fitness zu stärken. Es handelt sich hierbei um Crossfit-Übungen, die jedermann anhand der angebrachten Übungsanleitungen ganz einfach nachmachen kann. Bilder und Anleitungstafeln helfen dabei, die Übungen auch korrekt durchzuführen. Kathi Böck und Paul Schedlbauer zeigen auf den Fotos die richtige Ausführung der Übungen vor. „Das ist keine neue Idee. Wir wollen einfach einen Anreiz schaffen, um auch jetzt in dieser herausfordernden Zeit Sport zu treiben“, freut sich die Initiatorin des Projekts Sonja Schedlbauer.