Waidhofner Gesundheitsamt ist dem Virus auf der Spur. Das Waidhofner Gesundheitsamt arbeitet auf Hochtouren, um Kontaktpersonen auszuforschen.

Von Lisa Hofbauer. Erstellt am 19. November 2020 (06:56)
Bürgermeister Werner Krammer (3. von links) mit einem der zwei „Contact Tracer“-Teams, von links: Heidelinde Wunderer, Simone Boes, Ilse Krenn-Tschank, Stefanie Soxberger, Bettina Buder, Martin Heiligenbrunner und Waltraud Hochstrasser.
Magistrat/Engleder

Seit rund neun Monaten arbeiten die Gesundheitsbehörden auf Hochtouren im Kampf gegen das Coronavirus – so auch das Gesundheitsamt in Waidhofen. Elf Mitarbeiter sind dort mit dem sogenannten „Contact Tracing“ betraut – ein wesentlicher Bestandteil, um die Virusausbreitung eindämmen zu können. Mit dem „Contact Tracing“ werden Kontaktpersonen von Menschen, die positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden, ausgeforscht – je schneller und besser, desto erfolgreicher ist die Eindämmung der Ausbreitung.

Sobald eine in Waidhofen wohnhafte Person einen PCR-Test macht, sendet das Gesundheitsamt eine E-Mail aus. In dieser befindet sich unter anderem auch ein Formular, in das die getestete Person alle ihre direkten Kontakte 48 Stunden vor Symptombeginn bzw. vor der Probenahme eintragen soll – unabhängig davon, ob das Testergebnis positiv ist oder nicht. „Dies ermöglicht es uns, schnell zu reagieren, sollte das Testergebnis positiv sein“, erklären die Waidhofner „Contact Tracer“.

Alle Kontakte müssen verständigt werden

„Die Belastung für die Mitarbeiter ist enorm hoch, aber noch haben wir die Situation gut im Griff.“ Magistratsdirektor Christian Schneider

Fällt das Corona-Testergebnis positiv aus, muss das Formular zur Kontaktpersonenermittlung sofort an das Gesundheitsamt übermittelt werden und für die „Contact Tracer“ beginnt eine anstrengende Kleinarbeit. Die positiven Testergebnisse werden in das epidemologische Meldesystem eingepflegt. Dann müssen sämtliche Kontakte der infizierten Person von den Mitarbeitern des Gesundheitsamts ausfindig gemacht und verständigt werden.

Personen, die als „Kontaktperson 1 (K1)“ eingestuft werden, müssen sich in Folge umgehend in Quarantäne begeben. Als K1 gelten jene Personen, die im relevanten Zeitraum mehr als eine Viertelstunde gemeinsam mit dem Infizierten verbracht haben, wobei die Distanz unter zwei Metern liegen muss. An diese schickt das Gesundheitsamt dann ebenfalls einen Absonderungsbescheid aus. „Je genauer die Angaben der getesteten Personen über ihre Kontakte sind, desto effektiver ist dann natürlich auch die Arbeit der ‚Contact Tracer‘“, sagt Bürgermeister Werner Krammer. „Die Arbeit am Gesundheitsamt hilft, Cluster rasch zu erkennen, die betroffenen Menschen zu isolieren und damit eine unkontrollierte Ausbreitung zu verhindern.“

Bis zu 85 Bescheide an einem Tag

Besonders in den letzten Tagen und Wochen arbeiten die Waidhofner „Contact Tracer“ unermüdlich. Durch die täglich steigenden Infektionszahlen in Waidhofen müssen natürlich auch immer mehr Kontaktpersonen ausgeforscht und Absonderungsbescheide ausgestellt werden. Da kann es schon einmal vorkommen, dass bis zu 85 Bescheide an einem Tag ausgestellt werden müssen – wobei die Anzahl hier von Tag zu Tag sehr stark variieren kann.

Zusätzlich sind aber natürlich auch die „Contact Tracer“ vor dem Virus nicht gefeit. Um einen Totalausfall zu verhindern, arbeitet die Gesundheitsbehörde in zwei unterschiedlichen Teams, die nicht miteinander in Kontakt kommen. „Die Belastung für die Mitarbeiter ist enorm hoch, aber noch haben wir die Situation gut im Griff“, sagt Magistratsdirektor Christian Schneider.

Der Ruf nach Unterstützung beim „Contact Tracing“ wird immer lauter – auch in Waidhofen. Erst vor Kurzem wurden die Ressourcen dafür aufgestockt und zusätzliche Personen aus dem Personalstand aktiviert.