Positiver Ausreißer im Mostviertel. Während in den Bezirken Amstetten, Scheibbs und Melk Zahlen steigen, gibt es in Waidhofen wieder etwas Entspannung.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 06. April 2021 (12:47)
Im Waidhofner Stadtzentrum – im Bild der Obere Stadtplatz – war die verordnete Osterruhe 2021 am Karwochenende spür- und sichtbar.
Tata Asatiani-Aigner

Drei Tage lang lag die Sieben-Tage-Inzidenz in der Vorwoche in der Statutarstadt Waidhofen/Ybbs über der ominösen 400er-Grenze. Am Dienstag der Vorwoche erreichte sie laut dem Dashboard der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) mit 418,8 den Höchstwert. Seit Gründonnerstag gehen die Zahlen aber wieder stetig zurück. Am Ostermontag hielt man bei einer Inzidenz von 303.

„Ganz nachvollziehbar sind die Zahlen des Dashboards allerdings für uns nicht. Zumindest stimmen sie nicht immer ganz mit unseren Werten, die wir an das Land melden, überein. Denn laut unseren Zahlen wären wir überhaupt nur einen einzigen Tag über der 400er-Inzidenz gelegen. Aber zum Glück sind wir jetzt wieder etwas vom kritischen 400er-Grenzwert entfernt, wenngleich bei uns aufgrund der Kleinheit der Grundbasis natürlich einige wenige Fälle schon eine entscheidende Kehrtwende bedeuten können“, weiß Waidhofens Bürgermeister Werner Krammer.

Bemerkbar mache sich aber auf alle Fälle, dass auch in Waidhofen praktisch nur mehr die britische Virusmutation auftritt. „Hatten wir früher bei positiven Fällen in Familien oft nur einen oder zwei Infizierte, so sind es jetzt regelrechte kleine Familien-Cluster“, schildert Krammer. Am Ostermontag vermeldete die Stadt Waidhofen insgesamt 59 aktive Fälle, um drei mehr als noch eine Woche davor. Damit ist die Anzahl der bestätigten Corona-Fälle seit Pandemiebeginn insgesamt auf 775 angestiegen. Davon sind 703 Personen genesen, 13 verstorben. Zudem hält Waidhofen bei insgesamt 2.778 Absonderungen seit Pandemiebeginn.

Trotz der positiven Entwicklung appelliert Bürgermeister Werner Krammer weiterhin an die Bevölkerung, die vorgegebenen Maßnahmen strikt einzuhalten, die sozialen Kontakte zu reduzieren und regelmäßig testen zu gehen. „Es ist einfach unerlässlich, dass wir die Infektionsketten unterbrechen. Das gelingt uns mit regelmäßigen Testungen am besten“, ist Krammer überzeugt.

Kritische Werte im übrigen Mostviertel

Dramatischer als in Waidhofen gestaltete sich in der Karwoche die Entwicklung in den übrigen Bezirken des Mostviertels. Im Bezirk Amstetten ist seit Donnerstag ein konstanter Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz zu verzeichnen. Am Ostermontag lag diese gerade noch hauchdünn unter der 400er-Grenze. 399,9 betrug die Sieben-Tage-Inzidenz für den Bezirk Amstetten zu Beginn dieser Woche. Damit lag man aber immerhin um 102,3 Fälle pro 100.000 Einwohner hinter dem Bezirk Scheibbs. Der Ötscherland-Bezirk führte am Ostermontag mit einem Wert von 502,2 die Inzidenzwertung aller österreichischen Bezirke und Statutarstädte an und war bereits wieder den vierten Tag hintereinander über der 400er-Inzidenz.

Damit läuft der Scheibbser Bezirk erneut Gefahr, dass Ausreisekontrollen drohen. Am Gründonnerstag war man diesen Ausreisekontrollen nur ganz knapp entgangen. Nach sechs Tagen über einer Inzidenz von 400 fiel der Wert auf 386,3. Warum konnte nicht einmal der Scheibbser Bezirkshauptmann Johann Seper genau erklären. „Es fiel zwar ein sehr hoher Wert aus der Sieben-Tage-Berechnung raus, aber unser Bezirk testet seit einer Inzidenz von 300 generell wesentlich mehr und besonders traf dies auch auf die Karwoche zu. Außerdem können wir keinen Einfluss darauf nehmen, welche Daten im Dashboard der AGES des Bundes letztendlich enthalten sind“, erklärte Seper.

Nicht viel besser ergeht es dem Bezirk Melk. Auch dort hält man den vierten Tag hintereinander bei einem Inzidenzwert von über 400. Am Ostermontag lag man bei 487,3, nachdem man von Karfreitag bis Ostersonntag mit Werten von über 500 die Österreich-Wertung anführte.