Durchwachsenes Wirte-Opening im Ybbstal. Manche Ybbstaler Wirtshäuser waren bereits am Freitag gut besucht, bei anderen blieb das Gästeaufkommen vorerst noch aus.

Von Andreas Kössl und Leo Lugmayr. Erstellt am 20. Mai 2020 (04:02)
Beim Waidhofner Schlosswirt wurde eine Plexiglasscheibe am Stammtisch angebracht. Dadurch können acht Personen am Tisch Platz nehmen. Noch bevor die Gäste kamen, stießen Kellnerin Bettina Wutzl und Schlosswirt Andreas Plappert auf die Wiedereröffnung an.
Kössl, Lugmayr

Seit vergangenem Freitag dürfen die Wirte nach zwei Monaten Sperre endlich wieder in ihren Gaststuben Getränke ausschenken und Speisen kredenzen. Dabei gilt es jedoch gewisse Auflagen einzuhalten.

Bereits am ersten Tag der Wiedereröffnung gut besucht war der Waidhofner Puntiwirt. Zahlreiche Stammgäste ließen es sich nicht nehmen, bei ihrem Wirt in der Ybbsitzer Straße vorbeizuschauen und unter Einhaltung der Abstandsregeln das eine oder andere Bier auf die Lockerung zu trinken.

Etwas verhaltener lief der Neustart beim Waidhofner Schlosswirt an. „Am Freitag war der Besuch aufgrund des Wetters eher bescheiden“, sagt Schlosswirt Andreas Plappert. „Am Samstag wurde der Zulauf dann aber schon größer und am Sonntag lief es bereits richtig gut.“ Ausschlaggebend dafür waren neben der hervorragenden Küche dabei sicher auch das herrliche Frühsommerwetter und der gediegene Gastgarten im Schlosshof des Rothschildschlosses, der zum Verweilen einlud.

Einsam war es am Sonntag in der Gaststube beim Kirchenwirt in Ybbsitz: Wirt Josef Zellhofer (r.) servierte dem einzigen Gast Paul Edelsegger (l.).  
Kössl, Lugmayr

Während im Schlosshof draußen genügend Platz ist, um die Abstandsregeln einhalten zu können, hat sich der Schlosswirt für drinnen etwas Besonderes einfallen lassen. So hat er mit Unterstützung regionaler Unternehmen am Stammtisch in der Wirtsstube eine Plexiglasscheibe am Tisch anbringen lassen. Dadurch können hier in Summe acht Stammgäste Platz nehmen und miteinander plaudern und anstoßen.

„Die Stimmung am Wochenende war sehr gut. Alle haben sich gefreut, dass sie wieder zum Wirten kommen können“, berichtet Plappert. „Nur für die Mitarbeiter ist es mit den Masken auf Dauer schon sehr anstrengend.“

Der Andrang in den Ybbsitzer Gasthäusern war am Wochenende trotz groß angekündigter Wirtshausöffnung noch äußerst gering. „Am Freitag und Samstag kamen kaum Leute, am Sonntag warteten wir nach der Sonntagsmesse vergeblich auf Gäste“, sagt der Wirt des Gasthauses zum Goldenen Hirschen Dietmar Wutzl. Ähnlich war die Situation im Gasthaus Kirchenwirt „Kiwi“. „Die Leute sind noch sehr vorsichtig und warten erst einmal ab“, erfährt Kirchenwirt Josef Zellhofer von seinen Stammgästen. Die Frage, wie man um 23 Uhr Sperrstunde machen sollte, stellte sich gar nicht. Zu dem Zeitpunkt waren alle Gasthäuser längst leer. Nach wie vor geht aber das Abholen von Essen recht gut, auch in anderen Gasthäusern.

Verein will Gastronomie in Ybbsitz beleben

Einzig die Konditorei Molterer erfreute sich in Ybbsitz dank des schönen Ausflugswetters am Wochenende stärkerer Frequenz. Zahlreiche Hobbysportler traten am Ybbstalradweg in die Pedale, um sich als Belohnung einen Molterer-Eisbecher zu gönnen. Die – weit auseinandergerückten – Tische im Schanigarten waren tagsüber gut besetzt und sorgten dafür, dass die Abstandsregeln gewissenhaft eingehalten werden konnten.

Mit einer Aktion „Ybbsitz startet durch“ will nun der Verein Zentrumsbelebung Schwung ins Geschäft der Wirte bringen. „Bei uns gibt es derzeit saisongerecht Spargelspezialitäten und ab Anfang Juni die Aktion, wer ein Schnitzel bestellt, bekommt ein Getränk dazu gratis“, sagt Hirschenwirt Wutzl.